IDW mag anscheinend die ISA nicht!
Bild: Wahl Haken Selektion
Kategorie: Aktuelles
Datum: 25.10.2021

Wir haben wieder Wahlzeiten

Der aufmerksame Beobachter der IDW-Aktivitäten für den WP-Mittelstand lässt uns dies vermuten. Wir freuen uns über jeden produktiven Beitrag für den WP-Mittelstand, aber bitte nach den Wahlen nicht wieder in den Schlafmodus übergehen. 

Auf Ihren letzten IDW-Mittelstandstag im September machte sich das IDW für die Skalierung stark. wp-net und unser ISA-Fachmann Dr. Wittsiepe bekamen vom IDW-Chef eine Schelte wegen ihres Einsatzes für die ISA-Prüfung. Diesen Einsatz soll der IDW-Sprecher mit den Worten kommentiert haben: „Ein Herr Wittsiepe und wp-net fordern die ISA. Die Leute wissen gar nicht, was sie unserem Berufsstand damit antun.“ Wollte sich das IDW damit für einen Aufsatz von Dr. Wittsiepe in WP Praxis 1/2021 revanchieren? In seinem Aufsatz „Wirecard und die Frage einer ordnungsgemäßen Abschlussprüfung“ kommt Dr. Wittsiepe u.a. zum Ergebnis, dass bei der PS-Prüfung veraltete Standards angewendet werden, die wegen erheblicher Lücken in der Risikoanalyse ein erhöhtes Prüfungsrisiko darstellen.

Hat sich das IDW mit ihrem ISA-Übersetzungsrecht übernommen?

Eines steht für mich fest: Bei den IDW Prüfungsstandards sind unsere Forderungen zur Skalierung weder bei der Abschlussprüfung, noch bei der Qualitätskontrolle angekommen. Dagegen sind bei den Original-ISAs die Hinweise zur Skalierung fester Bestandteil eines jeden Standards. Und die ISAs haben sehr viele Skalierungsvorschläge. Auf der Basis des ISA 315rev2019 haben die Skalierungshinweise einen Umfang von 19 Seiten. Anm.: wp-net-Mitglieder erhalten die Skalierungsliste im Mitgliederbereich. 

Wir müssen in jüngster Zeit immer öfters erkennen: Das IDW kommt einer zeitnahen ISA-Übersetzung nicht nach. Kann man daraus eine ablehnende Haltung der ISAs erkennen?

Die Big4-Praxen haben anscheinend schon vor Einführung der Schwerpunktprüfung (Satzung aus 2019) bei ihren Qualitätskontrollen (QK) die 1-Promille-Auftragsprüfung praktiziert. Bis zur Satzung fQK 2019 hatte das IDW fast zwei Jahrzehnte lang die „selbsternannte“ fachliche Federführung bei der Qualitätskontrolle inne. Auch heute noch lese ich in QK-Berichten, dass die QKen auf Basis des IDW PS 140 durchgeführt wurden. Dies ist seit 2019 nicht mehr richtig. Die IDW-PS-Regeln kommen bei der QK nur ergänzend zur Anwendung. Dies ist dann der Fall, wenn Gesetz, Satzung f. QK und die Hinweise der KfQK keine Lösung anbieten. Bei der letzten Satzungsänderung 2019 hat der Beirat die IDW-Regeln für die Qualitätskontrolle einen Rang heruntergestuft. 

Wir von wp-net halten die „1 Promille-Qualitätskontrolle“ bei den Big4-Gesellschaften in Verbindung mit einer Mischung aus Zufallsauswahl und bewusster Auswahl für keine richtige Vorgehensweise, um mit einer „Auftragsstichprobe“ von 40 bis 50 Prüfungen eine hinreichende Prüfungssicherheit über eine Grundgesamtheit von 30.000 bis 40.000 Prüfungen zu erhalten. Hier wäre auch die APAS einmal gefordert! Hat diese Zurückhaltung etwas mit der Beißhemmung zu tun?

Hinweis: Auf der IAASB-Website können die drei IAASB-Handbücher mit allen aktuellen Standards heruntergeladen werden.

Beiratswahlen
2022
gewinnen!