Newsletter vom 3. Mai 2019

1. Aktivitäten der WPK für Ihre Mitglieder 

Die Kammerversammlung 2019 am 10. Mai steht unter dem Leitthema Wirtschaftsprüfung – Herausforderung und Chance. Am Vorabend ab 19 Uhr trifft sich der Berufsstand unter der Reichstagskuppel in ungezwungener Atmosphäre im Käfer Dachgarten Restaurant. Networking in einer entspannten Atmosphäre, lautet hier die Devise. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in diesem Rahmen. 

Am Freitagvormittag sind Vorträge und Vorstellungen angesagt. Am Nachmittag gibt es verschiedene Workshops. Mich treffen Sie im Workshop "Ausgestaltung des Qualitätssicherungssystems in kleinen Praxen". Ich gehe davon aus, dass von den Ende 2018 gezählten 3.230 gesetzlichen Prüferpraxen mehr als die Hälfte zu den kleinen Praxen gerechnet werden können. Hier besteht noch viel Potenzial zur Realisierung der Verhältnismäßigkeit der Qualitätskontrolle. 

Bestimmt wird es Gelegenheiten in den Pausen geben, dass sich die wp.net-Mitglieder zum Gedankenaustausch treffen.

Eine Woche später startet die WPK-Reihe "WPK aktuell Mitgliederinformationen 2019" zu ausgewählten Einzelfragen für die WP/vBP-Praxis.

Die Reihe beginnt am 16. Mai in München. Ehrenamtsträger (Dr. Hasenburg, Vorstandsmitglied der WPK), Mitglieder der KfQK bzw. Mitarbeiter der WPK-Geschäftsstelle vermitteln in der Zeit von 15:00 - 18:00 Uhr vier Themenbereiche:

• IT-Unterstützung im Prüfungsprozess (Dr. Hasenburg)
• Rechtssicherer Einsatz von Dritten in der WP/vBP-Praxis (Mitarbeiter der Geschäftsstelle)
• Geldwäscheaufsicht durch die WPK (Mitarbeiter der Geschäftsstelle)
• Ausgestaltung des QSS in kleine Praxen (Mitglieder der KfQK und Mitarbeiter der Geschäftsstelle) 

Weitere Termine:

• 21. Mai 2019 Frankfurt am Main
• 05. Juni 2019 Stuttgart
• 03. September 2019 Berlin
• 10. September 2019 Hamburg
• 30. September 2019 Düsseldorf

Die Veranstaltungen sind einen Besuch wert. Melden Sie sich bitte hier an.


Fallstricke mit der Öffnungsklausel
2. Wenn die Öffnungsklausel für den Abschlussprüfer verschlossen bleibt

Eine Öffnungsklausel im Auftragsbestätigungsschreiben schafft noch nicht die Sicherheit, einen Honorarnachschlag auch bezahlt zu bekommen. Dies musste ein Berliner Kollege vor kurzem erleben (erleiden). Er hat uns das Urteil des Amtsgerichts zur Verfügung gestellt. Seine Erfahrung soll Ihnen helfen, dass Ihnen dieses Erlebnis erspart bleibt.

Folgende Öffnungsklausel hatte er mit dem Unternehmen vereinbart:

... Auf der Grundlage der bisher verfügbaren Unternehmensdaten und meiner Erfahrung aus anderen Prüfungen rechne ich derzeit mit einem Honorar in Höhe von netto ... EUR."
„Sollte sich während der Auftragsdurchführung eine Überschreitung des geschätzten Zeitaufwands (80h) von mehr als 10 % ergeben, werde ich unter Darlegung der Gründe und des Zeitnachweises rechtzeitig um eine Erhöhung bitten.“

Der Richter hat diese Schätzung als Festpreis interpretiert und einen Nachschlag abgelehnt, mit der Begründung: 

“Der Wirtschaftsprüfer ist verpflichtet, vor Leistung der Mehrstunden diese unter Darlegung der Gründe gegenüber dem Auftraggeber anzuzeigen. Dieser Obliegenheit muss der Abschlussprüfer nachkommen, um die zusätzliche Vergütung beanspruchen zu können.“ Schriftliche Hinweise auf die Nichteinhaltung der Prüfungsbereitschaft müssen einen konkreten Hinweis auf eine Überschreitung des geschätzten Zeitaufwands beinhalten und eine Honorarerhöhung bereits beinhalten. Der Richter führt weiter aus: "Die Aufstellung in der Schlussrechnung erfolgte erst nach Abschluss der Arbeiten und konnte daher den Nachforderungsanspruch nicht mehr auslösen. Die telefonischen Hinweise sind keine Beweise. Pauschale Hinweise auf Mehrarbeit erfüllen nicht die qualifizierten Anforderungen der Öffnungsklausel." 

Persönliche Schlussfolgerungen:
Der Abschlussprüfer und seine Gehilfen müssen zeitnah ihre Stunden bezogen auf die Prüffelder aufzeichnen. Sobald der erste Soll-Ist-Vergleich auf Mehrstunden hinweist, muss die Arbeit eingestellt werden. Diese wird erst wieder aufgenommen, wenn eine Einigung über die Bezahlung der Mehrstunden erzielt wird.
Es muss alles schriftlich erfolgen, weil der mündliche Gedankenaustausch mit dem Unternehmen keine Beweismittel liefert. Dies ist für uns alles sehr lebensfremd!

Berufspolitische Schlussfolgerungen: 
Einmal würde uns interessieren, welche Erfahrungen Sie mit der Öffnungsklausel erlebt haben. Sind die Fallstricke nicht ein Grund, wieder mal über eine Gebührenordnung bei gesetzlichen Abschlussprüfungen nachzudenken? Berichten Sie uns bitte über Ihre Erfahrungen zur Öffnungsklausel. Schreiben Sie uns eine E-Mail an: vorstand@wp-net.com.

Newsletter vom 18. April 2019

Im letzten Newsletter vor der Osterpause lässt Gabor Steingart Frau Margot Käßmann zu Wort kommen: „Die Leute bezahlen viel Geld für Entschleunigungs-Seminare. Meine Antwort ist: Du kannst jeden Sonntag um 10 Uhr in der Kirche entschleunigen. Diese Unterbrechung tut dem Menschen ganz bestimmt gut.“ Mehr zur Entschleunigung an Ostern im Steingarts Morning Briefing vom Freitag, 12. April.

Ich bedanke mich – auch im Namen der mich unterstützenden Kolleginnen und Kollegen – für Ihre Treue und Ihre Begeisterung. Wir wünschen Ihnen von ganzem Herzen schöne und frohe Ostern. Genießen Sie die Feiertage und das lange Wochenende.

Über die Ostertage wollen wir Sie mit zwei Themen beschäftigen.

• „Europa leben, statt darüber reden“ | Wir berichten über den deutsch-ungarischen Kongress
• Arbeitshilfen zur Risikoprüfung in der Steuerberater- und WP-Praxis | Umsetzung der Geldwäscheregelung

Zudem haben wir Ihnen den Prüfungseitfaden und Hinweise des IDW zur Berichterstattung bezüglich des neuen VerpackG im Download Center des Mitgliederbereichs unter Arbeitshilfen eingestellt.

 

Wirtschaftsprüfung in Ungarn
Europa leben, statt darüber reden

Zurzeit kann man von gewählten EU-Abgeordneten und von solchen, die es noch werden wollen, Lobgesänge auf Europa vernehmen. So auch beim Parlamentarischer Nachmittag des VFB Bayern zur Europawahl in München am 29. März. Die Bewerberinnen von CSU, den Grünen, den Freien Wählern konnten aber nicht immer überzeugende Gründe für eine Stimmabgabe an sie vorlegen. Die mittelständischen Wirtschaftsprüfer durften bei der letzten EU-Abschlussprüfer- und WP-Aufsichtsreform 2014 erleben, dass man schon zu den Big Four gehören muss, wenn man einen Regulierungsmehrwert nach Hause bringen möchte. Die EU-Richtlinie 2014-56 hat es unserem deutschen Gesetzgeber erlaubt, viele Inländerdiskriminierungen in die WPO zu packen. Im WPK-Ausschuss „Evaluierung der EU-Reform“ versuchen wir zurzeit, das berühmte Augenmaß in die EU-Regulierung zu bringen.

Heute berichten wir über ein gemeinsames Europaprojekt, das von EU-Bürgern selbst organisiert wurde.

Mittelständische Wirtschaftsprüfung über die Landesgrenzen hinweg: Budapest-Konferenz über die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfunger in Ungarn und Deutschland

Der Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung der FernUni Hagen von Prof. Brösel kooperiert mit dem Fernstudienzentrum Budapest und der Ungarischen Wirtschaftsprüferkammer. Am 04. April 2019 fand an der Corvinus Universitätin Budapest eine Konferenz zum Thema „Aktuelle Fragen der Wirtschaftsprüfung der KMU und der Ausbildung der Wirtschaftsprüfer mit internationalem Ausblick“. Teilnehmer und Gäste waren Wirtschaftsprüfer sowie zahlreiche Vertreter von wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten ungarischer Universitäten.

Den ersten Teil der Konferenz referierten Herr Prof. Dr. Christoph Freichel, Andersen Tax & Legal, DAWUR GmbH & htw saar, Herr Dr. Zoltán Bor, Mitglied des Expertenausschusses der Ungarischen Wirtschaftsprüferkammer, und Frau Professor Dr. Éva Sándor-Kriszt von der Budapest Business School. Prof. Freichel stellte den risikoorientierten Prüfungsansatz vor.

Durch den Vormittag führte Frau Márta Siklós, Mitglied des Vorstandes der Ungarischen Wirtschaftsprüferkammer und Partnerin bei LeitnerLeitner. Herr Prof. Dr. Freichel referierte über „Wirtschaftsprüfung der KMU in Deutschland“, Herr Dr. Bor zu „Praktische Fragen in der EU in Bezug auf die Wirtschaftsprüfung der KMU“ und Frau Prof. Dr. Sándor-Kriszt zu „Mögliche Richtungen der Erneuerung der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge“.

Im zweiten Teil der Konferenz ging es um aktuelle Fragen zur Ausbildung als Wirtschaftsprüfer an deutschen und ungarischen Universitäten.

Über das was und wie an Universitäten über Wirtschaftsprüfung unterrichtet wird, referierte Herr Prof. Dr. János Lukács (renommierter Lehrstuhlinhaber Corvinus Universität und langjähriger Präsident der Ungarischen Wirtschaftsprüferkammer) und über Ähnlichkeiten und Unterschiede an ungarischen Universitäten“.

Herr Professor Dr. Gerrit Brösel von der FernUniversität in Hagen beleuchtete die „Veränderung in der WP-Branche durch die sog. Generation Z vor dem Hintergrund der Digitalisierung und der permanenten Verschärfung/Veränderung regulatorischer Anforderungen“.

Mit einem Vortrag von Bernadett Ternovan zum Thema „Zusammentreffen des Justizwesens mit der Wirtschaftsprüfung – Betrachtung der Erwartungslücke zwischen den tatsächlichen Aufgaben der WP und den Erwartungen der Öffentlichkeit“ schloss die Konferenz.

Prof. Freichel berichtete uns, dass die Budapester Studenten großes Interesse an der deutschen Wirtschaftsprüfung haben. Die Deutschkenntnisse der Studenten sind durch die Bank hervorragend. Unsere Recherche hat festgestellt, dass auch in Ungarn die Wirtschaftsprüfung von den Big4 dominiert wird.

 

Risikoanalyse
Was wird dazu von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern im Rahmen der Kanzleiführung nach dem GwG erwartet?

Seit dem 26.06.2017 gilt das neue Geldwäschegesetz (GwG) in Deutschland. Welche Risikoprüfungen vom Wirtschaftsprüfer und Steuerberater durchzuführen sind, wollen wir Ihnen mit dem heutigen Newsletter aufzeigen.

Im letzten Newsletter ging es um die Feststellung der Identität laut § 1 Absatz 3 GwG. Heute haben wir Ihnen Checklisten und Dokumentationshilfen zusammengestellt, mit der Sie das RisikoThema lösen können.

Vordrucke und Musterdokumentation zur Risikoanalyse:

• Checkliste für die Risikobeurteilung des Mandanten
• Indikatoren zur Risikobeurteilung
• Exceltool zur Erstellung einer Risikoanalyse
• Pflichten für ALLE Steuerberater (StBKammer Hessen)
• Was sollte eine Gefährdungs- bzw. Risikoanalyse beinhalten? (Autor: RegPräs. Gießen)

Der Vorstand der WPK wird noch klären müssen, wie er die Überwachung der Einhaltung der GwG-Vorgaben überprüfen möchte. Die nächste Vorlage informiert Sie, was auf uns zukommt
• Darstellung des Aufsichtssystems der WPK zum GwG

Soweit Sie diese Daten noch nicht abgespeichert haben, legen Sie diese in die Musterdoku ihrer Praxisorganisation ab. 

Newsletter vom 5. April 2019

Zum besten Qualitätssicherungssystem braucht man keine Gipfelleistung!

Die Arbeit an der Evaluierung der Qualitätskontrolle hat Mitglieder des Ausschusses vor Augen geführt, dass fast 20 Jahre nach Einführung der Qualitätskontrolle (QK) immer noch einiges falsch, zumindest aber nicht rund bei der QK läuft. Prüferbashing hilft hier nicht weiter, der WPK-Vorstand und die KfQK müssen liefern.

2016 hat der deutsche Gesetzgeber mit dem § 55b WPO ein auf ISA basierendes QSS vorgeschrieben, also Regelungen zur ordnungsmäßigen Durchführung und Sicherung der Qualität der Abschlussprüfung. Die WP/vBP-Berufssatzung hat in ihrem 4. Teil (§§ 45 bis 63) diese Regelungen inkl. dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz konkretisiert (§ 51 Abs. 2).

Aus Berichten über die Durchführung so mancher Qualitätskontrollen wissen wir u.a. Folgendes:

1. Viele WP-Praxen definieren Ihre QS-Regelungen zur Einhaltung der Prüferqualität nicht selbst, sondern übernehmen die Regelungen aus Musterhandbüchern mehr oder weniger ungefiltert.
2. Wir hören andererseits von Qualitätskontrollprüfungen, dass die Wirksamkeitsprüfung des IKS bei KMUs als Pflicht-Prüfungshandlung immer (!) erwartet wird. Hier empfehlen wir das QSS einem "Frühjahrsputz" zu unterwerfen.

Beide Themen sollten Sie mit der kritischen Grundhaltung lösen. Dazu einige Hilfestellungen:

Zu 1.) Bei der Formulierung eines Musterhandbuchs sollten Sie sich die Freiheit nehmen, bei bestimmter Praxisstruktur und Auftragsdurchführung ein einfaches QSS zu formulieren. Die WP/vBP-Praxis braucht nur noch ein QSS für die gesetzlichen Abschlussprüfungen und (falls zutreffend) für Prüfungen, die von der BaFin erteilt werden.

Nach § 55b Abs. 3 WPO muss der Berufsangehörige auch ein Nachschausystem unterhalten.Danach ist grundsätzlich der prüfende Berufsangehörige auch für das QSS verantwortlich und solle die Nachschau auch selbst durchführen. Dies gilt natürlich nur für die kleineren Prüfungseinheiten.

Trotzdem muss sich unser Berufsstand noch klar darüber werden, ob die Prüfung der Wirksamkeit der Geldwäscheregelungen in den Auftragskatalog der Qualitätskontrolle aufgenommen werden soll oder nicht. wp.net möchte dies nicht. Dass die Einhaltung der GwG-Regelungen überprüft werden soll, steht außer Frage.

Zwischenlösung: Der Vorstand der WPK hat die KfQK gebeten, auf der Kammerversammlung im Mai in Berlin ein QSS einer kleinen WP-Praxis vorzustellen. Die Ausführungen der KfQK werden sich mit Sicherheit auf die Entscheidung auswirken, wie stark die neue Satzung für QK konkretisiert werden muss.

wp. net Lösungen zum QSS 

Dr. Wittsiepe hat in seinen Workshops zur ISA-Prüfung im Herbst 2018 ein einfaches QSS vorgestellt. wp.net selbst hat in seinen QS Handbüchern „Praxisorganisation“ und
„Abschlussprüfung nach IDW PS“ und „nach ISA“ jeweils ein KMU-QSS vorgestellt. 

  •  QSS-Vorlage von Herrn Dr. Wittsiepe
  •  QSS-Vorlage von wp.net

Zu 2.) Auch der IDW PS 261 aus 2017 hält die Wirksamkeitsprüfung des IKS für einen festen Bestandteil einer Abschlussprüfung. Damit werden seit seiner Einführung 2006 die Prüfer und Mandanten mit einer in vielen Konstellationen unnötigen Wirksamkeitsprüfung genervt. Hier fehlt dem PS 261 der Anwendungshinweis, die wir aus den ISA´s kennen. Die für eine verhältnismäßige Anwendung des IDW PS 261 erforderlichen Anwendungshinweise hat der IDW Verlag in den Leitfaden „Prüfungspraxis“ für Prüfungsmitarbeiter gepackt. Dort verrät das IDW den Lesern, „dass Funktionsprüfungen nicht durchgeführt werden müssen, wenn die Aufbauprüfung
ergeben hat, dass die Kontrollen entweder

  • nicht geeignet sind,
  • nicht implementiert wurden oder
  • falls deren Prüfung nicht wirtschaftlich ist.

Ein Punkt, der im Leitfaden nicht aufgezählt wird und ebenso eine IKS-Funktionsprüfung „abschaltet“, ist noch zu nennen: Wenn die Kontrollen des Mandanten nicht dokumentiert sind.

Sollten Sie also mit dem Prüfer f. QK oder mit der KfQK wegen der ("fehlenden") Funktionsprüfungen in der Diskussion stehen, dann holen Sie diese Argumente für
das Weglassen der IKS-Funktionsprüfungen raus und belegen Ihr Prüfungsurteil mit aussagebezogenen Prüfungshandlungen. Die Funktionsprüfungen fehlen nicht, sondern sind einfach nicht erforderlich.

Leitfaden zur Prüfung nach dem neuen VerpackG

Zum 1. Januar 2019 löst das neue Verpackungsgesetz 2019 (VerpackG) die derzeitige Verpackungsverordnung (VerpackV) ab. Um die Umsetzung des VerpackG kümmert sich künftig die Zentrale Stelle Verpackungsregister. Diese übernimmt diverse Aufgaben, u.a. die Registrierung der Prüfer, stellt eine Plattform für den „Upload" der Vollständigkeitserklärungen bereit, bzw. hat eine Prüfleitlinie zur Prüfung der Vollständigkeitserklärungen erlassen.

Wichtig: Für die Erstellung der Vollständigkeitserklärung für das Jahr 2018 ist noch die bisherige VerpackV einschlägig einschließlich der Konkretisierung durch der LAGA M37. Bei der Prüfung sind jedoch auch schon die Vorgaben der Prüfleitlinien der Zentralen Stelle Verpackungsregister einzuhalten.

Die Vollständigkeitserklärungen sind jedoch ab dem 1. Januar 2019 nicht mehr bei den IHKs, sondern bei der Zentralen Stelle zu hinterlegen. Das gilt auch schon für die Daten des Jahres 2018. Diese Meldeadresse betrifft ebenfalls unsere WP-Bestätigung über diese Prüfung.

Auf Erfahrungen mit der Prüfung nach dem VerpackG kann noch niemand zurückgreifen, deswegen haben wir mit Unterstützung unseres Mitglieds aus Stuttgart, Herr WP/StB Karsten Dumann, einen Leitfaden mit einigen weiterführenden Links zusammengestellt.

 

Ein Fall für Albert ... und den gesamten Berufsstand

Albert ist ein Influenzer, aber nicht etwa für Fashion, Beauty oder Lifestyle, sondern – wie kann es anders sein – Wirtschaftsprüfung. Die Trickfigur Albert ist der Star in den kurzen Erklärfilmen des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung von Prof. Dr. Gerrit Brösel an der FernUniversität in Hagen. Mit den Albert-Filmen will der Lehrstuhl das Fachwissen für Studierende abrunden und gleichzeitig auch die Öffentlichkeit über betriebswirtschaftliche Themen im Allgemeinen und Wirtschaftsprüfung im Besonderen verständlich und anschaulich informieren. 

Prof. Dr. Gerrit Brösel ist Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung an der FernUniversität in Hagen akademischer Leiter des Lehrgangs zum zertifizierten „DAWUR-Prüfungsfachwirt“ der Deutschen Akademie für Wirtschaftsprüfung,
Unternehmensbewertung und Rechnungslegung. 

Bislang sind sechs Erklärfilme erschienen. Die komplette Playlist „Ein Fall für Albert“ finden Sie auf YouTube. In der Folge "Erwartungslücke" wird zum Beispiel erklärt, warum die Vorstellungen des Bilanzlesers und die Aufgaben des Abschlussprüfers nicht deckungsgleich sind. Der wohl
wichtigste Berufsgrundsatz für Wirtschaftsprüfer wird ebenfalls zu einem Fall für Albert: "Die Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers". Diese elementare Eigenschaft des Wirtschaftsprüfers bei seiner Prüfung und Berichterstattung wird aktuell gerade im Brexit-Land GB stark hinterfragt.

Auch die Wirtschaftsprüferkammer bedient sich inzwischen der Video-Bildsprache, um dem WPNachwuchs die Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens zu erklären.

Newsletter vom 22. März 2019

Wirtschaftsprüfer (und auch Steuerberater) bewegen sich immer in einem Spannungsfeld zwischen den Erwartungen des Mandanten einerseits und der Befolgung aller gesetzlichen Pflichten andererseits. Durch ständig neue gesetzliche Vorgaben und einem gestiegenen Wettbewerb, ist die steuerliche Beratung und die Wirtschaftsprüfung fehleranfällig geworden. Das gilt für die großen Wirtschaftsprüfergesellschaften wie für Selbstständige und den Mittelstand gleichermaßen.

Eine Reihe von Bankenskandalen in 2018 (z.B. Deutsche Bank, Danske Bank), hat die Mängel des europäischen Anti-Geldwäschesystems deutlich gemacht. Die Auswirkungen dieser Mängel wurden durch den Wandel der Geopolitik und die neue Realität der Europäischen Bankenunion noch deutlicher. Die Notwendigkeit, solide aufsichtsrechtliche Anreize zur Bekämpfung illegaler Finanzierungen zu schaffen, erfordert eine stärkere Rolle auf EU-Ebene bei der Überwachung der Geldwäsche. Einerseits bräuchte es eine europaweite einheitliche Architektur, z.B. eine selbstständige EU-Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche, zum anderen engere Beziehungen zu den nationalen Behörden.

Vor kurzem fand zum Thema „Towards better AML” ein Business Practice Workshop, organisiert von Transparency International, statt. AML steht dabei für Anti Money Laundering. Tobias Lahl, Vorstandsmitglied bei wp.net, hat ebenfalls an diesem Workshop teilgenommen. Grundsätzlich ging es dabei um die wichtige Frage nach einer besseren Gestaltung des EU-Rechts zur Bekämpfung der Geldwäsche. „Der Berufsstand macht zu wenig (Verdachts)Meldungen“, lautete der Vorwurf des Vertreters der Financial Intelligence Unit (FIU).

Doch nicht nur Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer werden jetzt stärker in die Bekämpfung der Geldwäsche einbezogen. Auch die Wirtschaftsprüferkammer ist gefordert, durch Regelungen und Überwachung bei der Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung aktiv zu sein. Angeblich möchte die Kommission für Qualitätskontrolle, dass sich der Prüfer für Qualitätskontrolle künftig auch der Geldwäsche annimmt. Dies hat für uns nichts mehr mit der Qualitätssicherung der Abschlussprüfung zu tun.

Was wird von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern im Rahmen der Kanzleiaufsicht nach dem Geldwäschegesetz erwartet?

Seit dem 26.06.2017 gilt das neue Geldwäschegesetz (GwG) in Deutschland. Welche Anforderungen und Pflichten werden an Wirtschaftsprüfer und Steuerberater durch die Regelungen im Geldwäschegesetz gestellt?

Pflichten für alle Berufsangehörigen:

  • Identifizierung (siehe Anlage)
  • Risikoanalysen
  • Aufzeichnung und Überwachung
  • Verdachtsmeldung
  • Auskunftspflichten

Wir haben Ihnen sämtliche Dateien in einer Zip Datei zum Download bereit gestellt. 

 

Neuer Hinweis der KfQK zur Stichprobenauswahl. Wir meinen: Es wird Zeit für eine Gesetzesänderung

Seit Dezember 2018 arbeitet ein Vorstandsausschuss in der WPK an der Evaluierung des deutschen Qualitätskontrollverfahrens (QKV), stellt der WPO-Lösung aus 2016 die Vorstellungen des EU-Gesetzgebers gegenüber und entwickelt daraus unsere Änderungsforderungen.
Eine von den vier negativen Abweichungen zu Ungunsten des Einzelprüfers und der mittelständischen Prüfer ist die WPO-Forderung, dass ganze Prüfungsaufträge im Rahmen der QK überprüft werden sollten. Die EU-Richtlinie hingegen möchte für die Wirksamkeitsprüfung der Regelungen nur einzelne Prüfungsunterlagen heranziehen.

Bereits heute freuen sich die Großen Prüfer darüber, dass nur ein Bruchteil ihrer testierenden WPs und damit auch nur ein Bruchteil der Aufträge (bewegt sich im Promillebereich) in die Stichprobe der QK kommen. Bei Einzelprüfern dagegen beträgt die Überprüfungsrate bis zu 100%. Der frühere Vorsitzende des KfQK begründete dies mit systembedingt. Wir sagen, hier liegt ein Systemfehler vor.

Die Kommission zur Stichprobenauswahl bei der Qualitätskontrolle (QK): Lösung mit eingebautem Systemfehler?

Während die Stichproben bei der QK der Großen im unteren Promillebereich angesiedelt sind, soll sich nach Auffassung der seit Jahren gefestigten Meinung der Kommission f. QK bei mittleren Prüferpraxen im besten Falle rund 10 % und bei einer Einzelpraxis mit 3 Mandanten über 6 Jahre und bis 50% der Prüfungen in die Stichprobe gelangen. Im Worstcase-Fall kann die Quote sogar bis 100 % steigen. Im WPK-Magazin 3/2018 stellt die KfQK anhand von Praxisbeispielen ihre Meinung für die erforderliche Stichprobenauswahl vor. Ist dies systembedingt (Meinung der KfQK), oder liegt ein Systemfehler vor?

In der ersten Ausgabe ihrer Illustration unterbreitet die KfQK den betroffenen Prüfern f. QK Leitlinien für eine Einzelpraxis mit 3 Mandaten und in einem weiteren Beispiel wird eine Gesellschaft mit drei verantwortlichen WPs/vBP mit unterschiedlichen Fallkonstellationen vorgestellt.

Beispiel: Einzelpraxis mit drei gesetzlichen Jahresabschlussprüfungen

Auffallend ist, dass die KfQK die Einzelpraxis auch dann zwei vollumfängliche Prüfungen vorsieht, wenn keine Feststellungen getroffen wurden. Durch einen Vergleich einer Stichprobe mit den Nachschauergebnissen will man die Wirksamkeit beurteilen. Werden Feststellungen getroffen, dann führt das mindestens zu einer Ausweitung mittels schwerpunktmäßiger Prüfung von weiteren relevanten Prüfungssachverhalten. Weiter ist zu prüfen, ob die Feststellungen sich wiederholen und damit die Eigenschaft Mangel annehmen, oder bei einer Einzelfeststellung diese als wesentlich eingeordnet wird.

Eine weitere vollumfängliche Prüfung wird nach KfQK-Meinung dann erforderlich, wenn sich Zweifel an der Wirksamkeit der Nachschau ergeben haben.

Trotz allem steht immer noch die Überprüfung der Nachschau auf dem Prüfungsplan: „So ist insbesondere die Organisation der Nachschau, die fachliche und persönliche Qualifikation der eingesetzten Personen (auch deren kritische Grundhaltung) sowie die interne Stellung des für die Nachschau Verantwortlichen in der Praxis als ein Element des "tone at the top" einzubeziehen. Darüber hinaus sind die jährlichen Nachschauberichte auszuwerten“. Die QK umfasst hier damit drei vollumfängliche Prüfungen (17% Stichprobe).

Fazit der KfQK: Wirksame Nachschau reduziert die Stichprobe. Bei Zweifel an der wirksamen Nachschau erhöht sich die Anzahl der Stichproben.

Beispiel: Mittlere Praxis mit drei verantwortlichen Berufsträgern

Die Praxis führt 54 Abschlussprüfungen über 6 Jahre bei mgr., mit geringem Risiko versehenen Gesellschaften durch (jeder Prüfer hat in jedem Jahr drei Prüfungen). Die KfQK schlägt dazu im besten Fall vier vollumfängliche Prüfungen vor, bei der jeder der drei Prüfer mindestens einmal und ein Prüfer davon zweimal in die Stichprobe kommt. Die KfQK bezeichnet diese Auswahl schon als „Stichprobenbeschränkung“.

Stößt der Prüfer für QK auf nur eine Feststellung, führt dies zu einer weiteren Stichprobe mit schwerpunktmäßiger Ausrichtung. Nur eine einzige Feststellung führt dann bereits zu weiteren Stichprobenprüfungen, ob diese Feststellung einmalig ist oder ob diese Feststellung bei einer weiteren Prüfung auftritt. In einem Fall läge ein Mangel vor und im anderen Fall eine wesentliche Einzelfeststellung.

Führt der erste Prüfungsdurchgang bei allen drei Prüfern zu Feststellungen, führt dies zu weiteren Nachforschungen, ob die Nachschau überhaupt wirksam ist oder ob nicht das QSS unstabil ist und/oder ob die Einzelfeststellung die Eigenschaft „von erheblicher Bedeutung“ aufweist.
Im günstigsten Fall bei einer Feststellung werden also fünf Aufträge vollumfänglich und eine schwerpunktmäßig geprüft. Die KfQK begründet dies scheinbar immer damit, dass eine nicht wirksame Nachschau vorliegt und daher Zweifel an der Stabilität des Qualitätssicherungssystems bestehen würden.

Meinung der Betroffenen

Wir werden die erste Ausgabe der KfQK zur sog. Stichprobenauswahl im Ausschuss Evaluierung besprechen. Uns würde trotzdem ein kritischer Beitrag von Ihnen helfen, eine bessere Lösung zu finden. Ich freue mich auf Ihre Meinung. Schreiben Sie bitte an vorstand@wp-net.com .

 

Newsletter vom 8. März 2019

Vor Jahren gab es die Prüfung des Grünen Punktes. Inzwischen ist die Verpackungsprüfung erwachsen geworden. In der zentralen Stelle Verpackungsregister werden im öffentlichen Register auch die registrierten Prüfer - Abteilung 1 – als die Sachverständigen nach § 27 Abs. 1 VerpackG veröffentlicht. Nur diese Sachverständigen sind befugt, die Mengenstromnachweise der Systeme, der Branchenlösungen sowie Vollständigkeitserklärungen zu prüfen.

Aufgrund des neuen VerpackG 2019 dürfte der IDW PH 9.950.3 aus 2010 den Anforderungen des VerpackG bei der Prüfung und Berichterstattung nicht mehr gerecht werden. Unser Rundmail bei unseren Mitgliedern hat, gerade wegen des Rechts ab 2019, größere Nachfrage ausgelöst, die wir zufrieden stellen wollen. Mehr zum neuen Recht erhalten Sie auf der Website Verpackungsregister. Dort erhalten Sie nicht nur die 47-seitige Broschüre Prüfungsleitlinien Vollständigkeitserklärungen, sondern es gibt außerdem einige Online-Seminare zu diesem Thema oder aber Sie informieren sich auf der Website der IHK Karlsruhe.

Die mit der Vollständigkeitserklärung zu treffenden Angaben sind in § 11 Abs. 2 VerpackG im Einzelnen aufgeführt. Die Angaben sind durch einen registrierten Prüfer zu prüfen und bestätigen zu lassen. Die Vollständigkeitserklärung ist zusammen mit der Prüfbestätigung sowie dem zugehörigen Prüfbericht elektronisch bei der Zentralen Stelle in LUCID zu hinterlegen. Registrierte Prüfer finden Sie im Prüferregister der Zentralen Stelle über LUCID.

Was müssen die Prüfer für QK unternehmen, um als PfQK weiter registriert zu bleiben?

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass die deutsche externe Qualitätskontrolle für den Nicht-PIE-Abschlussprüfer wenig mit den beiden EU-Richtlinien aus 2006 und 2014 zu tun hat. Eine der vier großen Abweichungen betrifft die Person des Prüfers für QK.

Der PfQK muss alle drei Jahre seine spezielle Fortbildung nachweisen, sondern auch erstmals seine praktische Tätigkeit in der Abschlussprüfung alle drei Jahre (diesmal bis spätestens zum 16.06.2019) der Kommission f.QK gegenüber wieder nachweisen. Die erste Überprüfung fand bekanntlich im Rahmen der Registrierung statt. Zum Nachweis der Abschlussprüfertätigkeiten gibt es von der WPK zum einen ein Melde-Formblatt und ergänzend dazu eine Erläuterung von Herrn Schorr, Mitglied der KfQK im WPK-Magazin 3/2018, S. 39ff.  Dieses Melde-Formblatt sollen die PfQK anhand der Erläuterungen von Herrn Schorr ausfüllen und bis 17.06.2019 bei der WPK einreichen.

Herr Schorr kommentiert den Umfang der AP-Tätigkeiten wie folgt: Relevant sind die drei zurückliegenden Jahre 2017-2019. In dieser Zeit muss mindestens in einem Jahr eine Mitwirkung bei einer gesetzlichen Abschlussprüfung stattgefunden haben. Darunter fallen Tätigkeiten, wie die Mitwirkung bei einer Konsultation im Zusammenhang mit einer Fragestellung, die mit einer gesetzlichen Abschlussprüfung zu tun hat und geht über Tätigkeiten wie Berichtskritiker, Auftragsnachschauer. Es ist (noch) nicht notwendig, dass Sie jedes Jahr diese Tätigkeiten ausgeübt haben. Zusätzlich gibt es einen Hinweis der Kommission.

Die Auswertung des Tätigkeitsnachweises dürfte Folgen für die Eignungsfeststellung und Prüfergenehmigung durch die KfQK haben. Wer also wenige Aktivitäten in der Abschlussprüfung nachweist, wird bei der Auswahl für eine anspruchsvolle QK möglicherweise hinten runterfallen. Diese Folge kann man aus den Erläuterungen der Kommission herauslesen.

Hier erhalten Sie die Worddatei zur Dokumentation.

wp.net zum Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk – IDW bleibt dem Verwirrspiel treu!

Neue Regelungen für den Bestätigungsvermerk und den Prüfungsbericht ab JAP 2018: Der PS 450 wurde einem Review unterzogen. Auffallend ist, dass nach IDW PS 450 die Wiedergabe des BV auch vorne im Bericht gebracht werden kann. Nach dem PS 450 ist dies jedoch die zweite Alternative, nicht die erste. Deswegen wundert es uns, dass Seminaranbieter bereits auf die zweite Alternative umsteigen. Es lohnt sich ein Lesen des PS 450.  In Tz. 12 taucht die Wiedergabe unverändert am Ende des Berichtsteils auf. Dies macht auch weiter Sinn.  Doch PS 450 erlaubt auch eine Verschiebung nach vorne:

„Die Wiedergabe des Bestätigungsvermerks kann auch an anderer Stelle, z.B. innerhalb des zweiten Berichtsabschnitts „Grundsätzliche Feststellungen“ oder daran anschließend als dritter Berichtsabschnitt, eingefügt werden“.

Eine andere Lösung sieht der Musterbericht von PRIMUS vor. Hier wird die Wiedergabe nicht innerhalb des zweiten Abschnitts, sondern als eigenständiger Abschnitt vor den Feststellungen gebracht. Dies macht mehr Sinn als die IDW-Lösung. Denn bisher war die Wiedergabe auch schon ein eigenständiger Gliederungspunkt und ist etwas Anderes als „Grundsätzliche Feststellungen“.

Wieder einmal schafft es das IDW, ohne Grund Verwirrung im Berufsstand zu schaffen.
Nachdem die IDW-Ausgabe 2016 zum Bestätigungsvermerk daneben ging, kam mit PS 400 2017 der IDW-ISA-BV. Im PS 400 hat das IDW jedoch davon Abstand genommen, auch Vorlagen für BVe bei Hinweisen, Einschränkungen und Versagungen zu liefern. Das IDW liefert 10 Vorlagen für  uneingeschränkte Testate. Kritiker behaupten, dies ist die konsequente Fortsetzung der Testierung aus dem Big4-Bereich. Einschränkungen oder Versagungen scheinen dort einem Tabu zu unterliegen. Also wofür noch Vorlagen abliefern.

Schade IDW...

 

Newsletter vom 28. Februar 2019

Langsam scheinen auch deutsche Medien die Machenschaften der vier großen Beratergiganten kritisch zu hinterfragen. Das florierende Beratergeschäft der vier großen Prüfer-Umsatzmilliardäre (PwC, KPMG, EY und Deloitte) korrespondiert mit Steuerskandalen und Interessenkollisionen gegenüber den zu prüfenden Konzernen. Wir haben die Abschlüsse der Big Four, die DAX-160 Unternehmen und ihre Prüfer der letzten Jahre ausgewertet.

  • Prüfermarkt 2018: Entwicklung stellt nicht nur ein EU-Reformziel auf den Kopf 
  • Prüferrotation scheint sich bei gelisteten Unternehmen auf die Big Four-Oligopol zu beschränken
  • Erst aus Schaden wird die Politik klug: UK will schärfere Big Four Einschränkungen, Trennung Beratung und Prüfung bei PIE-Prüfern unausweichlich

Das Ergebnis: Wegen der Big Four Prüf- und Berichtsrmängel wurde die Regulierung 2010 angestoßen. Der 50 prozentige Umsatzanstieg der Big Four seit 2014 soll uns wohl sagen, dass sie deswegen auch die Früchte der Regulierung ernten sollen. Eine Antwort auf die Frage, ob die Eindämmung der Marktmacht der Big Four seit 2014 gelungen ist, gibt der Analysebericht, den Sie sich hier herunterladen können.  

Die Story im Ersten: Die unheimliche Macht der Berater

Der Wirtschaftsprüfkonzern KPMG entschlüsselte bereits 2010, wie "Cum-Ex"-Deals funktionierten. Recherchen von WDR, NDR und "SZ" zeigen jetzt: Statt die Öffentlichkeit, oder zumindest den Aufsichtsrat zu warnen, schwiegen die Prüfer und führten möglicherweise sogar die BaFin in die Irre. Aufklärungsstunde über die vier Prüfer und Berater der größten Unternehmen der Welt, der wichtigsten Regierungen und der größten Steuervermeider. Sendung ist in der Mediathek verfügbar. Mehr Informationen zur Sendung finden Sie hier. Ebenfalls lesenwert der Artikel Fehler im Prüfsystem von Massimo Bognanni, Korrespondent beim WDR.  Mehr zu diesem Thema können Sie auch im Artikel Willfährige Wirtschaftsprüfer und der Reportage "Vier gewinnt", Süddeutsche Zeitung lesen.

Kooperation mit der DAWUR GmbH  

Es ist uns gelungen mit der Deutschen Akademie für Wirtschaftsprüfung, Unternehmensbewertung und Rechnungslegung, kurz DAWUR, zu vereinbaren, dass wp.net-Mitglieder ab sofort einen Rabatt in Höhe von 10 Prozent auf die Seminarpreise bei der DAWUR GmbH erhalten. DAWUR bietet seit 2009 (anfangs als Primus Akademie GmbH) bundesweit berufsbegleitende Lehrgänge und seit 2017 den vielbeachteten Zertifizierungslehrgang Prüfungsfachwirt an. Die verschiedenen Fachseminare, die von erfahrenen Dozenten geleitet werden, richten sich an Wirtschaftsprüfer und qualifizierte Mitarbeiter in der Wirtschaftsprüfung. Hier finden Sie das Seminarprogramm von DAWUR.

 

Newsletter vom 25. Februar 2019

Die deutsche Presse hat sich der wirtschaftlichen Verhältnisse der Big4 auf der Basis des 2018er Abschlusses angenommen und "feiert" die vier Umsatzmilliardäre.

Der ARD-Bericht "Die unheimliche Macht der Berater. Wie Politik sich steuern lässt", wird weniger eine Werbesendung für die Big4, als eher eine kritische Bestandsaufnahme auf das Wirken der Big4. Wir sehen den Beratungs- und Wachstumsrausch auch kritisch, weniger euphorisiert, wie manche Medien, die berichten, dass auch Deloitte (endlich) im deutschen Club der PrüferUmsatzmilliardäre angekommen sei.

Big4 erntet die Früchte "ihrer" EU-Reform

Erinnert sich noch jemand an die Ziele der EU-Abschlussprüferreform 2011/14, die der damalige EU-Kommissar Michel Barnier, mit dem Grünbuch zur Abschlussprüfung 2010 startete?

Als Regelungsobjekt wurde im Entwurfsstadium die damalige Big4-Abschlussprüfung auf der Basis der vorläufigen Erkenntnisse der sog. Prüfung der strukturierten Bankprodukte genannt. Die EUKommission konstatierte mangelnde kritische Grundhaltung, mangelnden Prüfer-Wettbewerb und die Förderung der Interessenskollisionen durch die hohen Beratungszahlungen gegenüber dem PIE-Prüfungsmandat.

Die Big4-Abschlussprüfer hätten über die Risiken der strukturierten Bankenprodukte in den Bankenbilanzen weder rechtzeitig, noch in der gebotenen Klarheit berichtet. Ein typisches Beispiel ist für uns z.B. die Nichtbeanstandung der Beschreibung der Abwertung von Derivaten im HRELagebericht 2007: Die Derivate führten im Jahr 2007 zu einem negativen Bewertungserfolg von 198 Mio. €. Deswegen sollte der Beratungsumfang der sog. PIE-Prüfer zu Beginn der Reform noch ganz verboten werden. Wohl unter dem Einfluss der Lobbyisten wurde das Beratungsverbot durch eine Limitierung der Beratungserlöse ersetzt.

Wir haben die Abschlüsse der Big4 und auch der DAX 160-Prüfer der letzten Jahre ausgewertet. Die vollständige Auswertung senden wir Ihnen demnächst zu.

Das Ergebnis: Wegen der Big4-Prüfermängel wurde die Regulierung 2010 angestoßen. Der 50 prozentige Umsatzanstieg seit 2014 soll uns wohl sagen, dass sie deswegen auch die Früchte der Regulierung ernten sollen. Eine Antwort auf die Frage, ob die Eindämmung der Marktmacht der Big4 seit 2014 gelungen ist, gibt die linke Grafik.

Heute 22:45 Uhr im ARD: Die unheimliche Macht der Berater - wie Politik sich steuern lässt

Der Wirtschaftsprüfkonzern KPMG entschlüsselte bereits 2010, wie "Cum-Ex"-Deals funktionierten. Recherchen von WDR, NDR und "SZ" zeigen jetzt: Statt die Öffentlichkeit zu warnen, schwiegen die Prüfer. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Diese Aufklärungsstunde über die vier Prüfer und Berater der größten Unternehmen der Welt, der wichtigsten Regierungen und der größten Steuervermeider sollte man sich nicht entgehen lassen!

Die Sendung wird am Montag, 25.02.2019, ab 22:45 Uhr im ARD zu sehen sein. Wir wünschen Ihnen unterhaltsame 45 Minuten mit Nachdenkeffekt (Klick aufs Bild). Ab 18 Uhr bereits in der Mediathek verfügbar.

Newsletter vom 22. Januar 2019

Am 22. Januar 2019 jährt sich die Gründung von wp.net zum vierzehnten Mal. Vor genau 14 Jahren wurde wp.net von den ersten 10 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen, um eine echte mittelständischen Berufsvertretung für Wirtschaftsprüfer zu werden. Wir blicken voller Stolz auf das was wir bisher erreicht haben. Ein Verband lebt für seine Mitglieder und ist von deren Engagement und deren Loyalität abhängig. Wir möchten all unseren Mitgliedern und Partnern daher sehr herzlich für ihr Vertrauen danken. 

Für 2019 stehen unter anderem folgende Vorhaben und Ziele für uns im Vordergrund

  1. Fortsetzung unseres ISA-Projekts zur gesetzlichen Abschlussprüfung vor allem im Hinblick auf die Fertigstellung unseres Cloud-Projektes 
  2. Der überarbeitete Entwurf „Hinweis zur Unternehmensbewertung KMU“ wird demnächst veröffentlicht.
  3. Bei der Facharbeit werden wir die Prüfungsliteratur um einen Rechnungslegungshinweis und Prüfungshinweis für die Lageberichtsprüfung für die Prüfung  mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften bereichern.
  4. wp.net / WPK-Planung 2019
    Einige Projekte sind bereits gestartet, so die Evaluierung der EU-Reform 2016 zur Abschlussprüfung mit ihrer ersten Sitzung noch im Dezember 2018. Als erstes soll die Qualitätskontrolle nach § 57a ff. WPO mit den beiden EU-Richtlinien 2006/43 und 2014/56 abgeglichen werden. Dabei tragen wir unsere Argumente zusammen, um die Reform mit Augenmaß, d.h. eine 1:1-Umsetzung der EU-Richtlinie, zu bekommen. Die Gebührenordnung für die QK und damit die Entlastung befindet sich in der Diskussions- und Prüfungsphase.

IDW ISA-Übersetzung neuer Weg

Im IDW Life Heft 1-2019 und auf der IDW Website erhalten Sie die Entwürfe von alten ISA (ISA2009/13), die vom IDW um einige DE-Textziffern angereichert wurden. Es sind dies die ISA 240-2009,300-2009, 315-2013, und der ISA 330-2009. Bis zum 10.05.2019 können Änderungs- oder Ergänzungsvorschläge eingereicht werden.
Aufgefallen ist uns, dass wir bei den neuen IDW-DE-ISA in den ergänzten DE-Textziffern keine Verweise mehr auf die IDW-PS gefunden haben, wie dies noch beim ISA 720 revised E-DE noch der Fall war. In den neuen IDW-ISA-DE wird auf abweichende deutsche Gesetze Bezug genommen.

Nochmalige Erinnerung an die Prüfer f. QK 

Hausaufgaben bis 16.06.2019 erledigen! Immer noch sind rund 2.500 Berufsangehörige als Prüfer für QK registriert, keine 10% davon sind aktiv in der Qualitätskontrolle dabei. Das Jahr 2019 könnte zu einer Bereinigung dieses Berufsregisterteils führen, wenn die Kollegen und Kolleginnen nicht aktiv werden. Drei Jahre nach dem Start der Prüferaufsichtsreform am 16.06.2016, also am 16.06.2019, laufen wichtige Fristen ab. Welche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Prüferstatus „Prüfer für Qualitätskontrolle“ sind zu ergreifen? Wer weiter als PfQK gelistet werden möchte, muss bis zum 16.06.2019 folgendes nachweisen:

Weitere Hausaufgabe 2019: Geldwäschegesetz (GwG) regeln und anwenden!

Nicht nur als Steuerberater/in, sondern auch als Wirtschaftsprüfer/in / vereidigte/r Buchprüfer/in müssen wir zusätzliche Regelungen zum GwG schaffen. Zwei Aufgabenschwerpunkte betreffen die Risikoanalyse und Schlussfeststellung aus der Überprüfung. Dann ist eventuell noch die Einhaltung der Meldepflicht bei Verdachtsfällen zu beachten.