Das Präsidenten-Ei, das uns die Beiratswahl versüßt
Podcast Beitragsbild zum wp-net wp.weekly vom 01.04.2026: Die WPK bevorzugt mit ihrer Vorabinformation der Kommission für Quaöitätskontrolle (KfQK) an das IDW bewusst die großen WP-Gesellschaften. Damit verletzt sie ihre Neutralitätspflicht und benachteiligt dem Wirtschaftsprüfer--Mittelstand. Von Mark Schüttler
Kategorie: Aktuelles
Datum: 01.04.2026

Der Hinweis der Kommission für QK (KfQK) zur „Durchführung und Dokumentation der QK“ hat es in sich. Die Verhältnismäßigkeit wurde wohl endgültig über die Haufen geworfen. Dafür kommen 10 zusätzliche Hinweis-Seiten zu den bereits vorhandenen 26 Seiten hinzu.

Diese Schikanen sind aber nicht für die Big4 und Next Ten gedacht, sondern gegen die unbedeutenden kleinen Abschlussprüfer.

Bemerkenswert dabei ist die geheime Hinzuziehung des IDW zur Erstellung des Hinweises „Durchführung und Dokumentation der QK“. Nach unserer Bekanntmachung dieses Verstoßes gegen die Unabhängigkeit der KfQK äußerte sich nicht die KfQK, sondern der nicht zuständige WPK Präsident Andreas Dörschell.

WP Mark Schüttler, der wp.net-WP-Listenführer bei den Beiratswahlen 2026, hat das derart aufgestoßen, dass er ein wp.weekly über „Neues über Ihren Präsidenten“ verfasste.

Gönnen Sie sich einige unterhaltsame kritische Minuten und lassen Sie sich den „Dörschell-Due-Process“ erläutern. Lassen Sie sich vom Mark Schüttler auch erläutern, wie Andreas Dörschell versucht, sich seiner Verantwortung zu entziehen.

 

Es grüßt Sie 
Dr. Richard Wittsiepe, WP/StB
wp.net-Beiratskandidat 2026






wp.weekly

 

 

Frohe Ostern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Osterhase bringt uns üblicherweise bunte Eier. In diesem Jahr haben wir jedoch ein anderes Ei im Nest gefunden: eine Stellungnahme des Präsidenten der WPK. Und wir können mit Stolz sagen: Dieses Ei wird uns mit vielen zusätzlichen Stimmen die Beiratswahl versüßen.

Doch warum musste sich der Präsident überhaupt äußern? Ganz einfach: Weil wir öffentlich gemacht hatten, wie die WPK das IDW beim Entwurf zur Qualitätskontrolle bevorzugt – und dabei wp-net auf der Strecke blieb (Ein klarer Fall von „WPK begünstigt IDW und verarscht wp-net“, vgl. Schüttler, in: wp.net (Hrsg.), wp.weekly, 6.3.2026).

 

Dass sich der Präsident öffentlich äußert, ist schon Indiz für die Reichweite unserer Kritik. Normalerweise wählt man bei so einem Thema die Stille. Doch war der Druck, den wir erzeugt hatten, so groß, dass er sich wohl gezwungen sah, in einer Sondermeldung zu reagieren (vgl. WPK, Information des Präsidenten, 17.3.2026). Das Ei war einfach zu groß.

 

Die vertrauliche Weitergabe des Entwurfs ans IDW nennt Andreas Dörschell kurzerhand einen „Due Process“. Doch was macht einen echten „Due Process“ aus?

Ein echter „Due Process“ ist:

  • öffentlich und für alle Beteiligten zugänglich,
  • alle Beteiligten erhalten gleichzeitig und gleichberechtigt die Möglichkeit zur Stellungnahme,
  • und er dauert mehrere Monate, um wirklich allen die Chance zu geben, Einfluss zu nehmen.

Das, was wir hier sehen, war jedoch genau das Gegenteil:

  • Der Entwurf ging vertraulich und exklusiv an das IDW.
  • wp-net und der Mittelstand wurden ein Jahr später und mit einer Ausschlussfrist von nur sechs Wochen in den Prozess eingebunden.

Das ist kein „Due Process“, sondern ein exklusiver Zugang für das IDW.

 

Lassen Sie uns die letzten beiden Aussagen des Präsidenten genauer unter die Lupe nehmen:

  • „Die KfQK ist ein eigenständiges und unabhängiges Organ (…)“
    Hier versucht Dörschell, seine Verantwortung als Präsident auf die KfQK abzuwälzen. Er soll nicht beschädigt werden. Zwar mag die KfQK eigenständiges Organ sein, aber die WPK als Körperschaft des öffentlichen Rechts trägt die Verantwortung. Sie darf keine Verbände bevorzugen – und genau das ist hier passiert: die ungleiche Behandlung von IDW und wp.net. Dafür trägt Dörschell die Verantwortung.

  • „so dass eine Bevorzugung des IDW gegenüber anderen Verbänden nicht zu erkennen ist“
    Wie kann der Präsident diese Aussage mit guten Gewissens treffen, wenn das IDW exklusiven Zugang zum Entwurf bekam und der Rest des Berufsstands monatelang warten musste? Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Die Bevorzugung des IDW ist eindeutig und lässt sich nicht schönreden.

 

Eines macht Dörschells Stellungnahme klar: Er weiß, dass wir Recht haben. Leider für ihn zu spät, denn die Wahrheit hat sich längst verbreitet.

  • Die WPK hat eine bewusste Bevorzugung des IDW betrieben.
  • Sie hat ihre Neutralitätspflicht verletzt und den Mittelstand außen vorgelassen.
  • Der Präsident steht nun öffentlich unter Druck – und wir haben die Beiratswahl fest im Blick.

Frohe Ostern wünschen wir Ihnen – lassen Sie sich nicht täuschen, sondern nehmen Sie das Ei, das uns die WPK gelegt hat, genau unter die Lupe. Wir sehen uns bei der Beiratswahl. Und das ist kein Aprilscherz.

 

Es grüßt Sie herzlich, Ihr
Mark Schüttler, WP/StB
wp.net-Listenführer
bei den Beiratswahlen 2026


Nutzen Sie einige Minuten Ihrer freien Zeit, um den neuen Aufsatz von Mark Schüttler in DER BETRIEB, Ausgabe Nr. 16 vom 14.04.2026 zu lesen: „20 Jahre Qualitätskontrolle – 20 Jahre Marktbereinigung„.


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Bildnachweis: Stock-Illustration: Nr-stock/Shutterstock

Mark Schüttler
Author: Mark Schüttler

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