Der „dritte Weg“ heraus aus dem WPV
I. Rückschau – Rentenmonopol ohne Transparenz
- Wirtschaftsprüfer (WP) und vereidigte Buchprüfer (vBP) sind zwangsweise im Versorgungswerk organisiert.
Seit 1996 existiert faktisch ein geschlossenes System ohne Wettbewerb und ohne Ausweichmöglichkeit.
Ein Monopol verlangt maximale Transparenz. Genau diese fehlt. - Das WPV verwaltet Ende 2024 ein Vermögen von rund € 5,5 Mrd. Davon sind über € 4,1 Mrd. (Ende 09.2024) in komplexe Strukturen (luxemburgische AIF und Spezialvermögen) ausgelagert.
→ Die Mitglieder tragen das Risiko, erhalten aber keine belastbaren Informationen über Anlagepolitik, Risiken und Erträge.
→ Das ist kein Informationsdefizit, sondern ein strukturelles Transparenzversagen. - Die Satzung hat klare Kontrollen: Vorstand kontrolliert Geschäftsführung, Vertreterversammlung kontrolliert den Vorstand.
→ In der Praxis bleibt diese Kontrollkette weitgehend wirkungslos, weil die notwendigen Informationen fehlen. Kontrolle ohne Information ist nur ein formaler Akt. - Leistungsverbesserungen wurden erst seit 2022 auf Druck der Mittelstandsfraktion durchgesetzt.
→ Ohne externen Druck bewegt sich das WPV-System nicht.
→ Das ist ein klares Indiz für fehlende interne Steuerungs- und Anreizmechanismen.
II. Gegenwart – Wachsende Risiken bei sinkender Klarheit
Die aktuelle Entwicklung ist besorgniserregend:
- Mehrere berufsständische Versorgungswerke stehen bereits unter Druck.
→ Das WPV ist kein Sonderfall, sondern Teil eines systemischen Risikos. - Gleichzeitig plant die Politik über den Syndikus-WP eine Ausweitung des Systems.
→ Mehr Mitglieder bedeuten nicht automatisch mehr Stabilität – sie erhöhen zunächst die Komplexität und die Haftungsmasse. - Hinzu kommt eine unklare Beitragssystematik.
→ Wenn Beiträge steigen oder sich die Bemessung verändert, ohne dass Transparenz über die Vermögenslage besteht, wird das Vertrauen weiter untergraben.
Lassen Sie sich also von unserem Sprecher in der Vertreterversammlung, WP Roland Kruse-Kraft, auf den aktuellen Wissensstand bringen.
Ich grüße Sie herzlich
Ihre
Maren Hunger, WPin/StBin
wp.net-Kandidatin bei den Beiratswahlen 2026

Der „dritte Weg“ zur Nichtzahlung– systemisches Versagen im WPV?
Bisher waren dem Arbeitskreis WPV von wp.net e.V. zwei Wege bekannt, um die Beitragspflicht zu beenden:
- der reguläre Renteneintritt mit 67 Jahren sowie
- die vorgezogene Altersrente ab dem 62. Lebensjahr.
Beide Wege sind gesetzlich und satzungsmäßig vorgesehen. Sie schaffen Klarheit und Rechtssicherheit.
Nun zeigt sich jedoch ein dritter, bislang nicht offen kommunizierter Weg:
Die „faktisch geduldete Zahlungsverweigerung“.
1. Intransparente Praxis statt klarer Regelungen
Nach internen Richtlinien des Vorstands zu § 36 der Satzung sollen Beitragsrückstände bei Mitgliedern, die bereits eine vorgezogene Rente beantragen könnten, „grundsätzlich nicht mehr angemahnt“ werden. Dies bedeutet im Ergebnis:
Die Durchsetzung der Beitragspflicht erfolgt nicht einheitlich, sondern nach internen, nicht offengelegten Kriterien.
Unsere Nachfrage zu diesem Richtliniensystem blieb bis heute unbeantwortet.
Wir fanden die Regelung erst nach längerem Suchen im Mitgliederbereich unter „WPV kompakt“ … mit der Überschrift „Beitragsrückstände …“.
Wir meinen: Ein Pflichtsystem, das seine eigenen Regeln nicht transparent macht, verliert an Verlässlichkeit.
2. Rechtslage und Umsetzung klaffen auseinander
Nach der Satzung (§ 27 ff.) bleibt die Lage eindeutig: Die Beitragspflicht besteht fort und Säumniszuschläge sowie Verzinsung können erhoben werden.
Tatsächlich entsteht jedoch der Eindruck, dass die Entscheidung, ob Beiträge eingefordert werden, im Ermessen der Geschäftsführung steht.
Wir meinen: Damit wird das WPV-System widersprüchlich:
Pflicht auf dem Papier vs. Beliebigkeit in der Praxis.
3. Kernbotschaft
Ein Versorgungswerk darf kein System selektiver Regelanwendung sein.
Wenn Beitragspflichten bestehen, gelten diese grundsätzlich für alle Mitglieder und Ausnahmen müssten transparent und rechtssicher geregelt werden.
Alles andere untergräbt das Vertrauen in das Versorgungswerk.
4. Wahlaufruf Beiratswahlen Juni 2026
Wer eine verlässliche und regelbasierte Altersversorgung möchte, muss für klare Verhältnisse sorgen.
Bitte stimmen Sie bei der Beiratswahl für die Kandidatinnen und Kandidaten von wp.net (WP-Liste „Mark Schüttler“ und „vBP-Liste Elfriede Litzlbeck“).
Über den Beirat der WPK können wir dann auch im WPV Transparenz, Gleichbehandlung und Verlässlichkeit durchsetzen.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr Roland Kruse-Kraft, WP
Beiratskandidat auf der Liste Mark Schüttler
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Bildnachweis: Stock-Illustration: Axel Bueckert/Shutterstock
