Steuerberater verteidigen die Freiberuflichkeit konsequenter!
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bilden aufgrund der häufigen Doppelqualifikation traditionell eine enge Berufsgemeinschaft. Umso deutlicher treten derzeit Unterschiede in der berufsrechtlichen Entwicklung zutage.
Während im Bereich der Wirtschaftsprüfung IDW/Big4&Next Ten seit Jahren über eine stärkere Öffnung für Kapitalbeteiligungen – teilweise auch unter Einbindung internationaler Strukturen – angestrebt wird , verfolgen die Steuerberater einen klaren Gegenkurs:
Die konsequente Sicherung der Freiberuflichkeit und Unabhängigkeit.
Die Steuerberaterkammern und mehrere Bundesländer setzen sich daher für eine weitere Verschärfung des Fremdbesitzverbots ein. Ziel ist es, die Unabhängigkeit und Integrität des Berufs wirksam zu schützen.
Die aktuelle Neuregelung geht dabei gezielt
gegen Umgehungskonstruktionen vor:
- Die gesamte Beteiligungskette von Steuerberatungsgesellschaften wird künftig berufsrechtlich überprüft.
- Konstruktionen mit zwischengeschalteten ausländischen Gesellschaften werden ausdrücklich unterbunden.
- Ein Bestandsschutz für bestehende Strukturen ist nicht vorgesehen, sodass unmittelbarer Handlungsbedarf entsteht.
Konsequenzen für die Wirtschaftsprüfung
Was im Steuerberatungsbereich untersagt wird, darf nicht über den Umweg von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ermöglicht werden. Andernfalls entsteht ein systematisches Einfallstor für fachfremde Investoren.
Wenn Finanzinvestoren über Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mittelbar in die Steuerberatung eindringen können, wird das berufsrechtliche Schutzniveau unterlaufen. Jetzt muss erst recht die WPO verschärft werden.
Die Folgerung ist eindeutig:
Auch im Bereich der Wirtschaftsprüfung bedarf es einer klaren und konsistenten Begrenzung von Kapitalbeteiligungen, um Wettbewerbsverzerrungen und Abhängigkeiten zu vermeiden.
Lassen Sie sich im Folgenden von Dominik Spielmann, Beiratskandidat der Mark Schüttler-Liste, in die Details dieser Entwicklung einführen.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Elfriede Litzlbeck
wp-net vBP-Listenführerin
bei den Beiratswahlen 2026

Eine unerwartete WPK/IDW-Schelte durch den Bundestag
Der deutsche Bundestag hat am 24. April 2026 mit der 9. Novelle des Steuerberatungsgesetzes beschlossen, dass Finanzinvestoren keine Steuerberatungskanzleien übernehmen dürfen. Das Gesetz soll zudem bewirken, dass bereits erfolgte Deals unter Umständen zur Rückabwicklung gezwungen werden können.
SPD und CDU waren in diesem Bereich abgestimmt. In Deutschland galt eigentlich bereits ein Fremdbesitzverbot. Jedoch gibt es bisher einen Umweg. Die Finanzinvestoren kaufen sich über ausländische Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, oftmals mit Sitz in Luxenburg, bei deutschen Kanzleien ein.
Von den Befürwortern des Investoreneinstiegs wurde immer wieder vorgetragen, dass damit frisches Kapital für Investitionen bereit stünde, beispielsweise für ein Thema wie künstliche Intelligenz, damit deutsche Steuerberatungsgesellschaften international kokurrenzfähig bleiben.
Die deutschen Steuerberaterkammern und auch wp-net meinen dagegen, die Steuerkanzleien können die Digitalisierung, die Gewinnung von Fachkräften und die Zukunft des Berufsstandes aus eigener Kraft und Innovation gestalten.
Die StB-Lösung als Vorbild für die Wirtschaftsprüferkanzleien
So sehen wir das auch für die Wirtschaftsprüferkanzleien. Prima, dass auch die Steuerberaterkammern – anders als die Wirtschaftsprüferkammer – auf Seiten der Freiberufler steht. Bayerns Finanzminister Füracker hält das Fremdbesitzverbot nunmehr sogar für einen echten deutschen Standortvorteil, weil Unternehmen und Bürger sich darauf verlassen können, dass ihre sensiblen Daten nur von staatlich geprüften Steuerberatern eingesehen werden; vgl. Handelsblatt vom 23.04.2026.
Wir Wirtschaftsprüfer lassen uns dagegen weiterhin von der Wirtschaftsprüferkammer, den Big Four und den Next Ten vortragen, wie toll die Beteiligung von Private Equity sei. Achtung: Lassen Sie uns nicht zu angestellten Knechten der Finanzindustrie und von Großkonzernen werden.
Wollen wir in Deutschland selbstständig bleiben, so ist wp.net die richtige Wahl. Wir glauben fest an die Zukunft der freien Berufe.
Ach ja, spannend wird, ob die zuständigen Steuerberaterkammern die bereits erfolgten Übernahmen bzw. den Einstieg bei WTS, Afileon, Atania oder auch der ETL-Gruppe durch Private Equity widerrufen werden. Noch besteht ggf. der Ausweg für die Finanzinvestoren, in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften umzufirmieren. Wenn man denn genug Wirtschaftsprüfer hat.
Sie können den stetigen Ausverkauf von deutschem Know How in der Beratungsbranche zumindest etwas abmildern:
Setzen Sie bei der Beiratswahl im Juni 2026 das Kreuzchen an der richtigen Stelle. Dies ist für die WP die Mark Schüttler-Liste und für die vBP die Irene Litzlbeck-Liste.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Dominik Spielmann
WP/StB & WPK-Beiratskandidat
auf der Mark Schüttler-Liste
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Bildnachweis: Stock-Illustration: Black Salmon/Shutterstock
