WPK-Beiratswahl 2026: Jetzt beginnt die Entscheidung
In der vergangenen Woche startete mit dem Versand der Wahlunterlagen die Beiratswahl 2026. Bis zum 7. Juli 2026 haben die WPK-Mitglieder nun die Möglichkeit, über die zukünftige Ausrichtung ihrer Berufskammer mitzuentscheiden.
Die Beiratswahl ist weit mehr als eine Personalentscheidung:
- Der Beirat wählt den Vorstand der WPK,
- wählt die Mitglieder der Kommission für Qualitätskontrolle und
- beschließt über Regulierung – und Deregulierung – von Berufssatzung WP/vBP und Satzung für Qualitätskontrolle.
Wer seine Stimme abgibt, bestimmt damit auch die berufspolitischen Schwerpunkte der kommenden vier Jahre.
Viele Kolleginnen und Kollegen beschäftigen sich jedoch nur selten mit den Einzelheiten des Wahlverfahrens oder den Positionen der kandidierenden Listen. Deshalb erläutert unser Listenführer Mark Schüttler nachfolgend die wichtigsten Fragen zur Wahl sowie die berufspolitischen Ziele der Listen Mark Schüttler.
Nutzen Sie Ihr Wahlrecht! Die Zukunft unseres Berufsstandes wird nicht von anderen bestimmt, sondern von denjenigen, die ihre Stimme abgeben.
Mit besten Grüßen
Ihre Elfriede Litzlbeck,
Listenführerin der wp.net-vBP-Liste

WPK-Beiratswahl 2026: Verfahren und Positionen
Von WP-Listenführer Mark Schüttler
Beiratswahl 2026 – 15 Fragen und Antworten
1. Welche Aufgaben hat der Beirat?
Der Beirat
- wählt den Vorstand der WPK,
- besetzt die Kommission für Qualitätskontrolle (KfQK),
- beschließt die Berufssatzung WP/vBP.
Die konstituierende Sitzung des Beirats ist die wichtigste: Dort erfolgt die Wahl des WPK-Vorstands.
Die Beiratswahl ist wichtig: Über sie bestimmt der Wähler die Kammerpolitik.
2. Welche Kammerpolitik bestimmt der Wähler zum Beispiel?
Kammerpolitik hat auch eine machtpolitische Dimension.
Die jetzt auslaufende Legislaturperiode stand stark im Zeichen der Umsetzung der CSRD. WPK-Präsident Andreas Dörschell setzte sich dafür ein, dass Abschlussprüfer künftig auch die Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts übernehmen müssen.
Dadurch wären mittelständische Prüfer gehörig unter Druck geraten.
Ich bin vorsichtig optimistisch, dass nun doch Prüfungsdienstleister zugelassen werden.
Die kommende Legislaturperiode dürfte dagegen im Zeichen der Finanzinvestoren stehen. Dabei geht es um die Frage, ob Finanzinvestoren künftig als Gesellschafter von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zugelassen werden sollen.
Ich halte das für problematisch. Der mittelständische Berufsstand würde wiederum unter erheblichem Konsolidierungsdruck geraten.
3. Wie oft findet die Beiratswahl statt?
Die Beiratswahl erfolgt alle vier Jahre.
4. Wer ist wahlberechtigt?
Wahlberechtigt sind Wirtschaftsprüfer (WP), vereidigte Buchprüfer (vBP) sowie Berufsgesellschaften.
Der WP-Mittelstand verfügt damit über eine entscheidende Gestaltungsmöglichkeit – vorausgesetzt, er nutzt sie durch Teilnahme an der Wahl.
5. Wie hoch war die Wahlbeteiligung im Jahr 2022?
Die Wahlbeteiligung betrug rund 50 % – aus meiner Sicht zu niedrig.
Die Beteiligung lässt erhebliches Potenzial ungenutzt.
6. Was ist eine Listenwahl?
Die zur Wahl antretenden Listen werden nach ihren Listenführern benannt, z. B. „Liste Mark Schüttler“ oder „Liste Andreas Dörschell“. Auch große Prüfungsgesellschaften treten mit eigenen Listen an.
Zunächst werden die Stimmen je Liste insgesamt erfasst. Daraus ergibt sich die Zahl der Sitze je Liste. Erst anschließend werden die Sitze innerhalb der Liste auf die einzelnen Kandidaten nach Stimmenzahl verteilt.
Es gilt daher: Jede Stimme wirkt auf die Sitzverteilung der Liste.
7. Wie viele Stimmen hat man?
WP und WPG haben jeweils 48 Stimmen. vBP und BPG haben jeweils 9 Stimmen.
Diese Stimmen werden auf die einzelnen Kandidaten, nicht auf eine Liste insgesamt, vergeben.
8. Was bedeutet Kumulieren?
Wähler können einem einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben.
9. Was bedeutet Panaschieren?
Wähler können ihre Stimmen auf Kandidaten verschiedener Listen verteilen.
10. Sollte man panaschieren?
Wer eine konsistente inhaltliche Ausrichtung unterstützen will, wird in der Regel eine Liste geschlossen wählen.
11. Was passiert, wenn mehr als 48 Stimmen vergeben werden?
Dann ist die Stimmabgabe ungültig.
12. Wie läuft die Wahl ab?
Die Wahl erfolgt als Briefwahl.
Vor nicht allzu ferner Zeit musste noch in Präsenz gewählt werden. Dabei waren mittelständische Prüfer strukturell benachteiligt, da teilweise lange Anfahrtswege zu den Wahllokalen in Kauf genommen werden mussten.
Große Prüfungsgesellschaften organisierten dagegen teilweise gemeinsame Anreisen zum Wahllokal.
13. Wann werden die Wahlunterlagen versandt?
Die Wahlunterlagen werden spätestens bis zum 6. Juni 2026 versandt.
14. Bis wann muss der Stimmzettel eingegangen sein?
Der Stimmzettel muss spätestens bis zum 7. Juli 2026 bei der WPK eingegangen sein.
15. Ziehen alle gewählten Kandidaten tatsächlich in den Beirat ein?
Gewählte Kandidaten ziehen grundsätzlich in den Beirat ein. Scheiden Mitglieder aus oder nehmen sie ihr Mandat nicht an, rücken Ersatzkandidaten der jeweiligen Liste nach.
Zwei Beispiele aus der Beiratswahl 2022:
- Liste Klaus Becker (KPMG): Nach dem Rücktritt einer gewählten Beirätin rückte Christoph Hasenburg in den Beirat nach. Er wurde später in den WPK-Vorstand gewählt.
- Liste Christian Janze (EY): Hier kam es zu vier Rücktritten von ursprünglich gewählten Beiratsmitgliedern, sodass Listenführer Christian Janze selbst in den Beirat nachrücken konnte. Auch er wurde später in den WPK-Vorstand gewählt.
Die Nachrückmechanik ist vorgesehen. Die Bewertung dieser Konstellationen bleibt Ihnen überlassen.
Berufspolitische Positionen der Listen WP Mark Schüttler und vBP Elfriede Litzlbeck: Unsere Werte
Ein vielfältiger Berufsstand ist ein stabiler Berufsstand. Unterschiedliche Praxisgrößen und Geschäftsmodelle sind Teil eines funktionierenden Berufsstands.
Die Kammer soll alle Mitglieder vertreten – ausgewogen und ohne Hierarchisierung.
Regulierung differenzieren
Die pauschale Gleichbehandlung aller Abschlussprüfungen („An Audit is an Audit“) wird kritisch gesehen. Eine stärkere Differenzierung zwischen PIE- und Non-PIE-Prüfungen ist aus unserer Sicht erforderlich.
Qualitätskontrolle fortentwickeln
Die Qualitätskontrolle ist ein zentrales Instrument der Berufssicherung. Gleichzeitig besteht Reformbedarf. Die Zahl der gesetzlichen Abschlussprüfer hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich reduziert.
Ziel sollte eine wirksame, aber nicht marktverengende Qualitätskontrolle sein.
Berufsrecht schlank halten
Die Ausrichtung am WPO-Mindestmaß sollte gestärkt werden.
Die Berufssatzung WP/vBP sollte verschlankt und praxisnäher ausgestaltet werden.
Doppelstrukturen vermeiden
Die parallele Existenz von Qualitätskontrolle und Abschlussdurchsicht sollte überprüft werden.
Eine Vereinfachung der Aufsichtsarchitektur erscheint sachgerecht.
Keine Private-PE-Beteiligungen
Beteiligungen von Finanzinvestoren an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften werden kritisch gesehen.
Die Wirtschaftsprüfung ist ein freier Beruf und kein kapitalgetriebenes Geschäftsmodell.
Gleichberechtigte Einordnung des vBP
Der vBP steht für eigenständige Berufsausübung mit hoher fachlicher Verantwortung.
Eine Umbenennung in „WP mit beschränkter Prüfungsbefugnis“ wird abgelehnt.
Transparenz im WPV
Das Wirtschaftsprüfer-Versorgungswerk ist ein zentrales Element der Altersversorgung.
Die Entwicklung der Rentensteigerungen und die Transparenz der Anlagepolitik werfen Fragen auf. Eine stärkere Offenlegung wird für erforderlich gehalten.
Zudem sollten personelle Verflechtungen zwischen WPK und WPV vermieden werden.
Berufspolitische Einordnung der Kandidatur von WP Mark Schüttler
Unser Berufsstand soll frei und vielfältig bleiben. Unterschiedliche Praxisgrößen sind kein Gegensatz, sondern eine Stärke. Regulierung sollte differenzieren und mittelstandsfreundlich ausgestaltet sein. Ein vielfältiger Berufsstand bleibt nur stabil, wenn mittelständische Praxisrealitäten angemessen berücksichtigt werden.
Meine Kandidatur versteht sich auch als Beitrag zu einem Generationenwechsel. Die mittelstandsgeprägte Linie, wie sie insbesondere durch Michael Gschrei geprägt wurde, wird fortgeführt und in ausgleichender Form weiterentwickelt.
Für diese sachliche, ausgleichende und mittelstandsnahe Arbeit im Beirat der WPK stehe ich ein.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr WP Mark Schüttler
wp-net-Listenführer
für die WPK-Beiratswahlen 2026
Hat Ihnen der Artikel gefallen? Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie die neuesten Beiträge zuerst!
Besuchen Sie auch gerne unserem YouTube Wirtschaftsprüfer Infokanal WP-Verband.
Ihr kostenloses Abo & „Daumen-Hoch“ hilft dem WP-Mittelstand zu mehr Sichtbarkeit im YouTube Algorithmus.
Bildnachweis: Stock-Illustration: Nadezhda Buravleva/Shutterstock
