WPV braucht gute Kaufmannschaft und starke Regeln!
Beitragsbild wp.weekly 11.06.2026: Die Entwicklung beim WPV ist besorgniserregend. Verbesserungen können nur mit mehr Demokratie, Transparenz & Sicherheit gelingen. Nutzen Sie die WPK-Beiratswahl 2026. vBPS auf der „Elfriede Litzlbeck-Liste“, WPs auf der „Mark Schüttler-Liste“. Einführung von Roland Kruse-Kraft, Beitrag von Sebastian Patzwaldt
Kategorie: Aktuelles
Datum: 11.06.2026

 

1. Rückschau – Rentenmonopol ohne Transparenz

  • Wirtschaftsprüfer (WP) und vereidigte Buchprüfer (vBP) sind zwangsweise im Versorgungswerk organisiert. Seit 1996 existiert faktisch ein geschlossenes System ohne Wettbewerb und ohne Ausweichmöglichkeit.
  • Das WPV verwaltet Ende 2024 ein Vermögen von rund € 5,5 Mrd. Davon sind über € 4,1 Mrd. (Stand: 09.2024) in komplexe Strukturen (luxemburgische AIF und Spezialvermögen) ausgelagert.

→ Die Mitglieder tragen das wirtschaftliche Risiko, erhalten aber keine belastbaren Informationen über Anlagepolitik, Risiken und die Erträge bzw. die mögliche Rentenhöhe.

  • Die Satzung hat klare Kontrollen: Vorstand kontrolliert Geschäftsführung, Vertreterversammlung kontrolliert den Vorstand.

In der Praxis bleibt diese Kontrollkette weitgehend wirkungslos, weil die notwendigen Informationen fehlen. „Kontrolle“ ohne hinreichende Information ist unwirksam.

  • Leistungsverbesserungen wurden seit 2022 immer erst auf Druck der „Mittelstandsfraktion von wp.net“ auf die Führung des WPV erzielt.

 

2. Gegenwart – wachsende Risiken bei sinkender Klarheit

Die aktuelle Entwicklung ist besorgniserregend:

  • Mehrere berufsständische Versorgungswerke sind bereits in der Krise.
  • Gleichzeitig plant die Bundespolitik mit der Einführung des „Syndikus-WP“ eine Ausweitung des Versicherungsrisikos des WPV (s. Weekly vom 09.01.2026).

Mehr Mitglieder bedeuten nicht automatisch mehr Stabilität – sie erhöhen zunächst die Komplexität und das versicherte Risiko.

Wenn die Beiträge der Pflichtversicherten steigen, ohne dass Transparenz über die Vermögensanlage besteht, wird das Vertrauen der Versicherten in das WPV weiter untergraben.

Nach bald 3 Jahren Tätigkeit als Vertreter der Versicherten habe ich die Zukunftsperspektiven des WPV mit meinem Kollegen in der Vertreterversammlung (VV), WP StB Sebastian Patzwaldt, Köln, diskutiert; unser Fazit finden Sie im Folgenden.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Roland Kruse-Kraft, WP,
Beiratskandidat auf der Liste „Mark Schüttler“


wp.weekly

 


 

Der „Arbeitskreis WPV“ von wp.net e.V. hat mit seinem Wahlprogramm bereits im September 2023 vorausschauend aufgelistet, was das WPV benötigt:

a) Einen selbst bewirtschafteten Immobilienbestand,
b) Eine Verringerung des Fremdwährungsengagements (insbesondere US-Dollar),
c) Eine erfolgsabhängige Vergütung von Investmentberatern und Fondsverwalter,
d) Das Outsourcing von Verwaltungsarbeiten (z. B. der Mitgliederverwaltung), um Verwaltungskosten zu sparen.

Die o.g. Aspekte, die der Präsident des WPV, Herr Prof. Olbricht, damals in die Vorstandsarbeit aufnehmen wollte (s. Protokoll der VV von 23.09.2023), blieben bisher unbeachtet.

Beispielsweise hält das WPV immer noch US-Dollar-Investments im Umfang von rd. 16 % des Fonds-Vermögens und der Personalbestand in der WPV-Gruppe wächst unbegründet weiter (2025: 53; Vj. 48).

Zur Beruhigung der Versicherten werden weitgehend unsubstantiierte „Wohlfühl-Erzählungen“ vorgetragen, wofür u.a. das WPK-Magazin herangezogen wird. Eine dringend gebotene Gegendarstellung unserer wp.net-Vertreter in der VV des WPV, mit der wir auf die Intransparenz der Geschäftsführung des WPV hinweisen wollten, unterließ das WPK-Magazin. Dies wirft die Frage auf, ob das Neutralitätsgebot des § 57 Abs. 1 WPO, nach dem die WPK die Belange der Gesamtheit ihrer Mitglieder zu wahren hat, beachtet wurde.

Um ihre Mitglieder bei deren Alterssicherung zu unterstützen, dürfte die WPK in ihrem Magazin nur selbst ermittelte Fakten berichten, was aber nicht der Fall ist. Die dringend benötigte, alle Mitglieder des WPV einbeziehende, Debatte über die Praktiken der Geschäftsführung soll, so scheint es, unbedingt vermieden werden.

Bei den Wahlen zum Beirat der WPK haben Sie die Möglichkeit, ein Signal für mehr Transparenz und eine kritischere Begleitung des WPV zu setzen. Mit Ihrer Stimme für die Schüttler-Liste bzw. die Litzlbeck-Liste stärken Sie Kandidatinnen und Kandidaten, die sich seit Jahren für eine offene Information der Mitglieder und eine unabhängige Kontrolle der Versorgungseinrichtung einsetzen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Sebastian Patzwaldt, WP StB
Beiratskandidat auf der Liste „Mark Schüttler“



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Bildnachweis: Stock-Illustration: FGC/Shutterstock

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