ISA-Prüfung im Wandel – Was Prüfer wissen sollten
Kategorie: Aktuelles | Seminare
Datum: 22.10.2026

ISA-Prüfung im Umbruch – weniger Komplexität, mehr Prüfungseffizienz?

 

Neue ISA-Entwicklungen, künstliche Intelligenz und schlankere Prüfungsdokumentation: Was verändert sich für mittelständische Abschlussprüfer?

Muss die ISA-Abschlussprüfung immer aufwendiger werden?

Dr. Richard Wittsiepe stellt diese Entwicklung infrage. In seinem Seminar am 28.10.26 zeigt er, wie sich neue ISA-Anforderungen mit einem risikoorientierten Prüfungsansatz verbinden lassen und wie eine schlankere Prüfungsdokumentation aussehen kann. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer WP-Praxen.

 
wp.net: In Ihrem Seminar beschäftigen Sie sich mit den Veränderungen der ISA-Standards und den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Abschlussprüfung. Was dürfen die Teilnehmer von der neuen ISA-Prüfung erwarten?

Dr. Richard Wittsiepe: Ich beobachte in unserem Berufsstand ein regelrechtes KI-Paradoxon. Einerseits erwartet jeder gravierende Veränderungen durch künstliche Intelligenz. Andererseits vermitteln viele Veröffentlichungen den Eindruck, dass im Wesentlichen alles beim Alten bleibt und die Prüfung sogar noch komplexer wird. Das bisherige Menü bleibt gleich und wird lediglich mit etwas KI nachgewürzt. Das kann nicht die Lösung sein. Wir müssen den Prüfungsansatz selbst hinterfragen.

 
 
wp.net: Bedeutet dies, dass sich auch der risikoorientierte Prüfungsansatz verändern muss?

Dr. Richard Wittsiepe: Ja. Bereits ISA 315 (Revised 2019) und die aktuellen Entwürfe zu ISA 330, 500 und 520 zeigen eine Weiterentwicklung des Prüfungsansatzes. Zwar wird KI dort nicht ausdrücklich genannt. Diese Standards schaffen aber Grundlagen für veränderte Prüfungsmethoden.

Besonders interessant ist die Frage, wann Systemprüfungen tatsächlich erforderlich sind und wann andere Prüfungshandlungen ausreichen. Gerade bei mittelständischen Mandaten bestehen Möglichkeiten, die Prüfung effizienter zu gestalten. Ich werde zeigen, wie sich diese aus dem risikoorientierten Prüfungsansatz ableiten lassen.

 
 
wp.net: Viele mittelständische Abschlussprüfer beklagen den ständig steigenden Dokumentationsaufwand. Können Sie hier konkrete Erleichterungen anbieten?

Dr. Richard Wittsiepe: Genau das ist ein Schwerpunkt meines Seminars. Ich habe meine Prüfungsdokumentation auf eine stärkere Ablauforientierung umgestellt und meine bisherigen Checklisten deutlich entschlackt.

Anhand meines eigenen Prüfungsansatzes zeige ich, wie sich die Dokumentation bei Non-PIE-Mandaten vereinfachen läßt. Dazu gehören auch einfache Checklisten zur Erfüllung der Anforderungen des § 55b WPO.

Die Teilnehmer sollen sehen, wie eine solche Lösung in der Praxis aussehen kann. Anschließend kann jeder selbst entscheiden, welche Elemente er in seine eigene Prüfungspraxis übernimmt.

 
 
wp.net: Können kleinere WP-Praxen diese Veränderungen auch ohne große IT-Abteilungen und umfangreiche Investitionen bewältigen?

Dr. Richard Wittsiepe: Davon bin ich überzeugt. Ich kann den teilweise KI-basierten Abgesang auf die mittelständische Wirtschaftsprüfung nicht nachvollziehen.

Man sollte sich nicht einschüchtern lassen, sondern frühzeitig mit der Anpassung beginnen. Am besten eignen sich dafür zunächst jene Mandate, die man gut kennt und sicher beherrscht.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, neue Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen, statt die bisherigen Prüfungsabläufe immer weiter zu verkomplizieren.

 
 
wp.net: Sie sind schon seit 1982 in der Wirtschaftsprüfung tätig. Wo sehen Sie die größten Gefahren für den mittelständischen Berufsstand?

Dr. Richard Wittsiepe: Die Gefahr liegt aus meiner Sicht weniger in der künstlichen Intelligenz als in einer immer stärkeren Komplexität der Prüfungsanforderungen. Ich sehe erste Anzeichen, dass insbesondere das IDW diese Entwicklung weiter vorantreibt und die notwendige Skalierung zu kurz kommt.

Gerade deshalb brauchen mittelständische Wirtschaftsprüfer eigene, praxisgerechte Lösungen. Die Standards müssen sachgerecht angewendet werden, ohne dass unnötige Prüfungshandlungen und Dokumentationen entstehen.

 

wp.net: Vielen Dank, Herr Dr. Wittsiepe, für diese praxisnahen Einblicke.

Das Besondere an dem Seminar: Die Teilnehmer erfahren nicht nur, wie sich der risikoorientierte ISA-Prüfungsansatz weiterentwickelt (hat). Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer die von Dr. Wittsiepe vorgestellten Checklisten und Dokumentationsunterlagen direkt bei ihm für ihre eigene Prüfungspraxis.

Weniger unnötige Dokumentation, schlankere Prüfungsabläufe und konkrete Arbeitshilfen – dafür steht das Seminar „ISA-Prüfung im Umbruch“.

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Author: wp-net Team

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