Renteninformation von „Unbekannt“ – Selbstlob ersetzt keine Transparenz
Die Führung des WPV gönnt sich erneut ein Selbstlob, das zum Himmel schreit: „Klare staatliche Aufsicht, solide kapitalgedeckte Pflichtversorgung und transparente Informationen der Mitglieder.“
Nur: Wer spricht hier eigentlich? Der Vorstand? Die Geschäftsführung? Die Aufsicht? Die Vertreterversammlung? Hinter dem Absender „WPV“ bleibt die konkrete Verantwortung verborgen.
Gerade weil das WPV einen zentralen Teil der Altersversorgung seiner Mitglieder absichert, ist eine offene, transparente und kritische Diskussion über Struktur, Risiken, Governance und Nachhaltigkeit der Vermögensanlage nicht nur legitim, sondern notwendig. Sicherheit entsteht nicht allein durch Regulierung und Professionalität, sondern auch durch nachvollziehbare Transparenz, kritische Kontrolle und die kontinuierliche Hinterfragung bestehender Strategien.
Mark Schüttler hat dieses Selbstbild der WPV-Leitung erneut näher untersucht. Denn zentrale Fragen bleiben weiterhin offen: die geringe Rentendynamik über viele Jahre, die Struktur der Kapitalanlagen und die fehlende Konzerntransparenz.
Lesen Sie deshalb Schüttlers unerschütterliche pointierte Beobachtung hinter den beruhigenden Formulierungen des WPV.
Es grüßt Sie
Frank Paulus, WP/StB
WP-Kandidat bei den WPK-Beiratswahlen
auf der Mark Schüttler-Liste

WPV-Renteninformation – Transparenz oder Beruhigungspapier?
Haben Sie die aktuelle WPV-Renteninformation auch schon gelesen? Sie liegt der diesjährigen Rentenanwartschaftsmitteilung bei.
In dieser Information bewertet das WPV die aktuelle Diskussion über Versorgungswerke als „kritisch, zum Teil unsachlich und stark verallgemeinernd“. Im Fazit bescheinigt sich das WPV selbst: „transparent organisiert, staatlich beaufsichtigt und finanziell solide aufgestellt. Die Altersversorgung der Mitglieder ist nachhaltig gesichert.“
Bemerkenswerte Selbsteinschätzungen
Die entscheidende Frage bleibt: Worauf stützt das WPV seine Einschätzung?
Ein genauer Blick wirft erneut unbequeme Fragen auf:
- Rentenentwicklung:
Die kumulierte Rentensteigerung betrug von 2016 bis 2025 gerade einmal 4,2 %. In sieben Jahren gab es überhaupt keine Anpassung (Nullrunden). Die WPV-Rente leidet seit Jahren unter einem massiven Kaufkraftverlust. - Finanzaufsicht:
Der WPV-Hinweis auf die staatliche Aufsicht überzeugt nur eingeschränkt. Auch andere Versorgungswerke unterliegen staatlicher Kontrolle – und dennoch kam es dort zu erheblichen Problemen. Formale Aufsicht ersetzt keine echte Transparenz noch eine dauerhaft erfolgreiche Kapitalanlagepolitik. Denken wir nur an das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin KdöR. - Kapitalanlagen:
Ein erheblicher Teil des Vermögens dürfte in langfristigen Immobilieninvestitionen gebunden sein. Gerade Büroimmobilien stehen jedoch seit Jahren unter Druck: Homeoffice, Digitalisierung und KI lassen den Flächenbedarf nachhaltig sinken. Wie belastbar sind solche Investments tatsächlich? - Transparenz:
Das WPV betreibt eigene Tochterunternehmen. Dennoch erhalten die Mitglieder keinen freiwilligen Konzernabschluss. Wer Transparenz behauptet, muss auch Transparenz liefern.
Fazit:
Wenn eine Renteninformation mehr Zweifel erzeugt als Vertrauen, ist kritisches Nachfragen keine Unsachlichkeit mehr, sondern eine nachvollziehbare Reaktion der Mitglieder.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr WP Mark Schüttler
wp-net-Listenführer
für die WPK-Beiratswahlen 2026
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Bildnachweis: Stock-Illustration: Elena Abrazhevich/Shutterstock
