Wie viele Mio. WPV-Verluste sind noch unbekannt?
Beitragsbild zum wp.weekly 02.07.2026: 101 Millionen Euro Verluste machte das Wirtschaftsprüferversorgungswerk (WPV) in nur 3 Jahren. Gibt es noch weitere, uns unbekannte Verluste und Risiken? Eine ernüchternde Analyse zu unserer WP- & vBP-Altersversorgung anhand der WPV- Jahresabschlüsse 2019 bis 2025: Analyse von Holger Friebel, Einführung von Roland Kruse-Kraft.
Kategorie: Aktuelles
Datum: 02.07.2026

Im Weekly vom 11.06.2026 hatte unser Kollege Patzwaldt, Köln, seine Überlegungen zur Verbesserung des WPV vorgelegt. Heute vertieft der Kollege Friebel, Schrobenhausen, zu dem Punkt „Kosten der Kapitalanlagen“ die Ansätze.

Während wir wp.net’ler uns konstruktiv-kritisch mit dem WPV befassen, hat z.B. am 10.06.2026 die Mehrheitsfraktion der Vertreterversammlung (siehe https://www.wpv.eu/ueber-uns/organisation) wieder einmal gegen die vier Stimmen der wp.net-Fraktion (Kruse-Kraft, Lang, Patzwaldt und Siegl) sowie ohne eigene positive Kenntnis über die Kontrolltätigkeit des Vorstandes, ihm „Entlastung“ erteilt (s.a. Protokoll-Erklärung von R. Kruse-Kraft zum TOP III und VI der VV dort).

Vorangingen konkrete Fragen der wp.net-Fraktion an den Vorstand zum Inhalt seiner Kontrolltätigkeit, die er nicht beantwortete und zu denen er auch keine Arbeitsnachweise vorlegte.

Die Mehrheit der „Vertreter der Versicherten“ hat daher ohne notwendige bzw. hinreichende Informationen eine positive Beurteilung abgegeben und damit mögliche Versäumnisse des Vorstandes „abgesegnet“ sowie die einzelnen Mitglieder des Vorstandes von deren persönlicher Haftung befreit.

Dieses „Zustimmungskartell“ entstammt denselben Interessengruppen (IDW/BIG4/NEXT10), die auch den Beirat der WPK und über den Vorstand der WPK das WPK-Magazin kontrollieren, um dort ihre „Wohlfühlerzählungen“ über das WPV zu verbreiten.

Lesen Sie heute im Hauptteil von WP/StB/RA Holger Friebel, Kandidat auf der WP-Schüttler-Liste, seine Auswertung der Jahresabschlüsse.

Die Kolleginnen und Kollegen, die noch nicht gewählt haben, können mit ihrer Wahl von wp.net-Kandidaten der WP-Schüttler– bzw. vBP-Litzlbeck-Liste der Vorherrschaft dieser Lobby-Gruppen ein Ende bereiten!


Mit freundlichen Grüßen
Ihr Roland Kruse-Kraft,
Kandidat auf der wp.net-WP-Liste

wp.weekly

 


Ich habe mir im Mitgliederbereich des WPV die Jahresabschlüsse seit 2019 nach den Abschreibungen auf Kapitalanlagen und den Verlusten aus dem Abgang von Kapitalanlagen durchgesehen. Das Ergebnis ist ernüchternd und sieht folgendermaßen aus:

Davon alleine 101 Millionen Euro Verluste in den vergangenen drei Jahren! Und der Kammerpräsident Dörschell hält das anscheinend für „business as usual“ und erweckt den Eindruck, es sei in Ordnung, wenn sich sein Listenbruder Olbrich als Präsident des Versorgungswerkes mit der Rechenschaft hierüber zurückhält.

Statt einer umfassenden Aufarbeitung entsteht der Eindruck, dass die Situation von beiden Präsidenten eher relativiert als kritisch hinterfragt wird.

Trotz dieser beängstigenden Entwicklung ist bislang keine öffentliche Forderung des WPK-Präsidenten Dörschell nach einer umfassenden Aufarbeitung erkennbar. Auch vom WPV-Präsidenten Olbrich liegen bislang keine detaillierten Erläuterungen zu den Ursachen vor.

Aus den vorstehenden Zahlen kann Folgendes geschlossen werden:

=> Bis 2022 waren ca. 4 Mio. € Verluste jährlich zu erwarten (großzügig gerechnet).
=> Ab 2023 sind es ca. 33 Mio. € Verluste jährlich (Faktor >8!)
=> Dazu kommen etwaige Verluste in den Tochtergesellschaften (unbekannt wegen fehlender Konzernbilanz).
=> Die Verluste aus dem Abgang der Kapitalanlagen sind auffallend niedrig.
=> Die erhöhten Verluste fallen zeitlich mit der Übernahme der Geschäftsführung durch Frau Dr. Wolf zusammen.

Für mich stellen sich in kritischer Grundhaltung folgende Fragen:

1. Welche Auswahlkriterien wurden bei den Kapitalanlagen angewandt und spielten Vertriebsvergütungen oder Provisionen hierbei eine Rolle?
2. Gibt es Verluste in den Tochtergesellschaften und wenn ja, wie hoch sind diese?
3. Durfte die Gründung von Tochtergesellschaften von der Aufsicht genehmigt werden, ohne eine Pflicht zur Konzernrechnungslegung zu begründen?
4. Gibt es Schadensersatzansprüche gegen handelnde Personen und die Aufsicht?
5. Wie sieht es ab 2026 mit den Verlusten aus Kapitalanlagen aus?
6. Wurden verlustträchtige Kapitalanlagen zum Bilanzwert an Tochtergesellschaften verkauft?
7. Wer hat die Verluste zu verantworten? Die alte oder die neue Geschäftsführung?

Jeder, der sich jetzt bei den Beiratswahlen für das Relativierungs-Duo Dörschell/Olbrich ausspricht, gefährdet seine Altersversorgung!

Das gilt auch bei Nichtteilnahme an der Wahl! Dem WPV ist es egal, ob das Mitglied Abschlussprüfungen durchführt oder nicht!

Es geht um die Altersversorgung von rund 17.000 Berufskolleginnen und Berufskollegen. Wer Vermögen in Milliardenhöhe verwaltet, muss bereit sein, jede kritische Frage offen zu beantworten. Transparenz schafft Vertrauen – Schweigen nicht.

Unterstützen Sie deshalb die WP-Schüttler-Liste und die vBP-Litzlbeck-Liste mit all Ihren Stimmen.

Wahlunterlagen nicht zur Hand? Ein Anruf bei der Kammer unter 030/72 61 61 – 0 genügt.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Holger Friebel
Kandidat auf der WP-Schüttler-Liste


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Bildnachweis: Stock-Illustration: sommart sombutwanitkul/Shutterstock

Holger Friebel
Author: Holger Friebel

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