Nach 2 Jahren Pause wieder eine Präsenz-Kammerversammlung
Kammerversammlung der WPK
Kategorie: Facharbeit
Datum: 09.05.2022

 

Die Kammerversammlung 2022 am Freitag, 07.05.2022, litt wohl noch unter den Nachwehen der Corona Pandemie. Nur rund 150 Berufsträger werden wohl diesmal anwesend gewesen sein.

Parteiisch und befangen empfanden Teilnehmer, dass der Mehrheits-WPK-Vorstand den neuen Listenführer 2022 der IDW/DStV-Liste für das Podiumsgespräch auf die Bühne holte. Ebenso wenig unparteiisch präsentierte sich der Versammlungsleiter Dr. Marian Ellerich. Statt sich an die Abmachung mit der Vizepräsidentin, Frau Regina Vieler, zu halten, richtete er die Frage zur Nachhaltigkeit an den netten Herrn Andreas Dörschell. Wenden wir uns nun den Gast-Vorträgen zu. Diese waren größtenteils erfrischend und mit bravouröser Rhetorik vorgetragen. 

Den Anfang machte der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Lukas Köhler, seit 2017 im Bundestag. Er gab uns 30 Minuten lang Einblick in sein Tagungsthema aus FDP-Sicht. Sein Blick zur Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft im klimapolitischen Kontext war geprägt von den Möglichkeiten der Marktwirtschaft: Für Dr. Köhler ist sie ein wichtiges Mittel für die Erreichung der Klimaziele. Schade, dass es kein Handout gab.

 

Im nachfolgenden 30 Minuten-Vortrag stellte Frau RA´in Christiane Hölz, GF´in der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, die Erwartungen an die Abschlussprüfer aus der Sicht der Aktionäre vor. Damit bereitete Sie offensichtlich einigen Zuhörern Kopfzerbrechen. Zur Sicherstellung des Vertrauens in unser öffentliches Gut (Bestätigungsvermerk) ist Brüssel anscheinend wieder dabei, eine neue Qualitätsinitiative zu starten. Nachdem die Reformen 2012-2014 am Big4-Lobbyismus i.W. gescheitert sind, darf uns dieses Vorhaben nicht wirklich verwundern. Brüssel geht es immer noch um qualitätssichernde Maßnahmen für das Testat unter dem Jahresabschluss. Sowohl der Joint Audit als auch die Trennung von Prüfung und Beratung sind wieder als Reformziele en vogue. Auch für Frau Hölz ist sowohl die Trennung von Prüfung und Beratung als auch der Joint Audit ein positiver Beitrag zur Sicherstellung eines vertrauenswürdigen Testats. Trost für die von der Reform betroffenen Kollegen:innen konnte Frau Hölz Herrn Dr. Marian Ellerich, der als Beiratsvorsitzer durch die Versammlung führte, anbieten: Die Brüsseler Behördenmühlen arbeiten langsam. 

 

Von 12 bis 13 Uhr gab Frau Prof. Dr. Ute Herbst, von der Uni Potsdam und Direktorin der Negotiation Academy Potsdam, noch eine Einführung in die Technik der Verhandlungsführung. Vor allem ging es um das Thema, wie schwierige Verhandlungen zu meistern sind. 

Geschicktes Verhandeln ist eine Sache. Dieses Taktieren aber in ein systematisches Verhandlungsmanagement einzubetten, ist eine ganz andere Herausforderung. 

Deswegen sind die fünf Punkte des Verhandlungsmanagements wichtig: Man startet mit der Verhandlungsanalyse, diese geht über in die Verhandlungsorganisation gefolgt von der Verhandlungsvorbereitung. Dann erst – im vierten Stepp – startet die Durchführung der Verhandlung (mit den Elementen Kriegsspiel und Kommunikation). Am Ende lässt man in der 5. Stufe die geführte Verhandlung nochmals Revue passieren, um die Schwächen und Stärken (fürs nächste Mal) auszusortieren. Frau Prof. Herbst berichtete davon, dass auch die großen WPGs an dieser Dienstleistung großes Interesse zeigen. So hat z.B. die PWC sich schon eine Beratungsgesellschaft geangelt, die auf das Verhandlungsmanagement spezialisiert ist. Das trifft unsere Big4-Einschätzung: Ganz im Sinn des Big4-Geschäftsmodells, der Professional Service Firm. 

Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, dann lesen Sie bitte das Interview mit Frau Prof. Ute  Herbst: Eine Verhandlung muss nicht harmonisch sein. Ihre Schlussaussage in einem anderen Interview lautet: „Verhandeln lernen ist einfach umzusetzen und bringt großen Nutzen in der Praxis. Und da haben wir noch viel Luft nach oben.“ Oder gönnen Sie sich das Buch, das die Professorin zusammen mit Markus Voeth verfasst hat. Hier ein Blick ins Buch Verhandlungsmanagement.

Ein kleines Geschenk hatte Frau Prof. Ute Herbst den Teilnehmern noch überlassen: Den NAP Test „Was bin ich für ein Verhandlungstyp? Nachfolgend erhalten Sie dazu den Download-Link:  Test „Was bin ich für ein Verhandlungstyp? 

Sie sollten die 12 Fragen des Tests offen und möglichst spontan beantworten. Sie erhalten anschließend direkt die Ergebnisse Ihres Tests angezeigt. Wenn Sie wollen, können Sie sich dann die Ergebnisse an Ihre Mail-Adresse zusenden lassen. Eine Speicherung Ihrer Angaben und Ergebnisse auf Seiten der NAP erfolgt nicht. Nun aber viel Spaß bei unserem Test!

Mein Ergebnis war Verbesserungsbedarf und deswegen habe ich habe mir das o.g. Buch auch gleich bestellt.

Im letzten Praxisvortrag ging es um die Weiterentwicklung des Qualitätskontrollverfahrens. Diesen Bericht erhalten Sie im nächsten Newsletter am kommenden Freitag. Unseren Frust über die immer noch geringe Verhältnismäßigkeit der Qualitätskontrolle steht unter dem Motto: Wer wirklich die Verhältnismäßigkeit in der Qualitätskontrolle für die kleinen Praxen und Gesellschaften einführen will, findet einen Weg. Die anderen finden immer eine Ausrede.

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