wp.weekly: Die WPK ist 2022 auf dem besten Weg zurück in die Zeit der Postdemokratie!
Postdemokratie
Datum: 01.12.2022

Der Listenführer der IDW-Liste, Kollege Andreas Dörschell, und die Big4-Listen wollen in der WPK unter sich sein. Mit einigen hilflosen Ausschussplätzen wollten die WPK-Herrscher die 21 wp-net-Beiräte abspeisen.

Seit der WPK-Vorstands- und -Beiratsanalyse von PR1MUS Mark Schüttler weiß jeder Interessierte, dass der WPK-Beirat nur ein pseudodemokratisches Beiwerk – ohne echte Kompetenzen – ist.

Hier kommen Sie zu seinem 15 minütigen Video.

Wir sind zu dem Ergebnis gekommen: Das Verhalten der 60%-IDW-Big4-Listen gegenüber den 40%-wp-net-Listen hält für uns einen Vergleich mit der China-Demokratie stand: Wenn Du nicht für uns bist, kannst Du nicht bei uns sein! wp-net hat 2013 das Mehrheitswahlrecht zugunsten der Verhältniswahl abgeschafft, damit IDW und Big4 wieder eine Chance erhalten, mehr als 5 Beiratssitze zu gewinnen. 

Wir haben den Sprecher der wp-net-Beiräte, Herrn Tobias Lahl, anlässlich der nächsten Beiratssitzung gebeten, den Berufsstand aufzuklären. 

Ich wünsche Ihnen drei aufklärende Minuten


Wirtschaftsprüferkammer 2022 – zurück in die Postdemokratie 2008?

von Tobias Lahl
Sprecher des Gesamtvorstands von wp-net e.V.

Morgen, Freitag, 02.12.22, findet die erste „richtige“ Beiratssitzung des neugewählten WPK-Beirates statt. Bekanntlich wurden die wp-net-Vertreter der Beiräte (mit 40% die größte Gruppe) aufgrund des Schulterschlusses der vier Big4-Listen mit der IDW/Dörschell-Liste von der mitgestaltenden Kammerarbeit ausgeschlossen. 

Leider sind die aktuellen Kammerverantwortlichen unter dem Präsidenten Andreas Dörschell in alte Zeiten (Postdemokratie 2008 und früher) zurückgefallen. Trotz der IDW-Dörschell-Wahlversprechen von „EINER KAMMER“, ist die Einheit des WP-Berufsstandes gefährdet, weil Big4- und Dörschell-Liste dieses Versprechen nicht einhalten. Dieses Verhalten legt aus unserer Sicht die Demokratiedefizite der aktuellen Kammerführung schonungslos offen. 

IDW/Dörschell- und Big4-Listen führen die in der Periode 2011 bis 2014 beschlossene Wahländerung ad absurdum. Das Ziel der damaligen Reformen „kein Ausschluss einer Gruppe“ wird von IDW-Dörschell- und Big4-Liste ins Gegenteil verkehrt. Gerade wegen der Beteiligung aller hat die Gschrei-Liste das Mehrheitswahlrecht 2013 abgeschafft und das Verhältniswahlrecht mit Spiegelbildlichkeit bei der Gremienbesetzung eingeführt! 

Jenseits der juristischen Fragen, die sich aus dem Ausschluss der größten Gruppe im Beirat ergeben, haben wir die Aufgabe angenommen, die Interessen unserer Wähler und Mitglieder so gut es geht wahrzunehmen. Vom Präsidenten fordern wir Antworten auf noch offene Punkte aus der Vorperiode:

  1. Bericht des Präsidenten an den Beirat über das aktuelle WPK-Engagement in der immer noch offenen Angelegenheit der Zusammenführung der Berufsbezeichnungen „Wirtschaftsprüfer und vereidigter Buchprüfer“. 
  2. Hält der WPK-Vorstand unter dem massiven IDW-Einfluss immer noch an dem Ziel fest, die Beteiligung an WP-Gesellschaften für Berufsfremde und Investoren zu ermöglichen und damit die bisherige Kapitalbindung zur Stärkung der Unabhängigkeit deutlich aufzuweichen?
  3. Wie steht der WPK-Vorstand zur Umsetzung der Einheitlichkeit des Berufsstandes im Hinblick auf die Schaffung von zwei Prüferwelten – Light-Prüfung in Form der KMU-Standards des privaten Standardsetters IDW und der anspruchsvollen internationalen ISA-Prüfung.
  4. Warum hat der deutsche Berufsstand noch immer keinen kostenfreien Zugang zu den ISA-Standards, obwohl dies in anderen EU-Ländern selbstverständlich ist und zumal die WPK auch Mitglied beim IAASB ist. Seit Jahren wendet die WPK Beitragsgelder für die IAASB-Mitgliedschaft auf – überlässt jedoch freiwillig die kompletten ISA-Nutzungsrechte dem privaten Verein IDW.
  5. Trotz der verbindlichen Zusagen der Kommission für Qualitätskontrolle (im Sommer 2022) für eine verhältnismäßige und transparentere Qualitätskontrolle zu sorgen, liegt bis zum heutigen Tage nichts vor. 

Die Fragen sollen nach Auskunft der WPK-Geschäftsführung vom Präsidenten persönlich auf der Beiratssitzung beantwortet werden. 

Wir sind gespannt und werden die Flagge für die mittelständische Wirtschaftsprüfung hochhalten.

Versprochen!

Ihr Tobias Lahl


Bildnachweis: Nokuro/Shutterstock

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