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Wählerwille muss auch im Vorstand gelten!
wp-net setzte sich von 2005 bis 2009 für ein Verhältniswahlrecht bei der Besetzung der WPK-Gremien mit spiegelbildlicher Vertretung aller Wählergruppen ein. Eingeführt wurde 2010 jedoch zunächst ein Mehrheitswahlrecht: Dies führte dazu, dass die 51 WP-Kandidaten/-innen mit den meisten Stimmen die Beiratssitze bekamen. So bekam die Gschrei-Liste – obwohl nur 52 % der Stimmen – alle 51 WP-Sitze.
2014 wurde zwar das Verhältniswahlrecht eingeführt. Die notwendige Spiegelbildlichkeit bei der Besetzung der WPK-Gremien wurde nicht in der Satzung verankert. Folge war, dass der WPK-Vorstand sich nicht spiegelbildlich – wie das Beirats-Wahlergebnis – zusammensetzen muss. In der Vergangenheit führte dies dazu, dass der Vorstand sich nur aus den gleich gerichteten Interessenlisten (Big4+IDW) zusammensetzte, die die meisten Stimmen erzielten und gleich gerichtete Interessen hatten. Im Ergebnis bekam damit die wp.net-Liste, welche die Interessen der kleinen und mittelständischen Praxen repräsentiert, trotz erheblicher Stimmenanteile keinen Vorstandssitz. Ausnahme war 2018, als die Gschrei-Liste 47 % der WP-Stimmen erreichte.
Es ist nun Zeit, die Spiegelbildlichkeit in der Satzung zu verankern. Wählen Sie die WP-Schüttler- und die vBP-Litzlbeck-Listen. Damit die engagierten Vertreter der kleinen und mittleren Praxen.
Der jetzige WPK-Präsident Dörschell hat auch 2026 wieder eine eigene Liste für die Beiratswahl aufgestellt. In dessen Wahlwerbung entdeckte Mark Schüttler fünf an den Interessen mittelständischer Praxen ausgerichtete Ziele. Herr Schüttler, Listenführer der wp-net-Liste, schaut hinter die Fassade dieser fünf Dörschell-Ziele und ist über die Wechselhaftigkeit des Kollegen Dörschell sehr erstaunt.
Lesen Sie im Folgenden, wie bei Dörschells Wahlprogramm Anspruch und Wirklichkeit auseinanderfallen.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Antje Muskulus-Barthel,
Beiratskandidatin auf der Liste „Mark Schüttler“

Dörschell und ich – plötzlich erstaunlich viel Einigkeit
Vielleicht haben Sie die Wahlwerbung unseres WPK-Präsidenten Andreas Dörschell auch bekommen.
Dörschell´s Einstieg in den Wahlkampf:
Jetzt gelte es, den Wandel zu gestalten und unsere Zukunft zu sichern.
Merkwürdigerweise habe ich seine Wahlwerbung nicht erhalten. Doch mehrere Kolleginnen und Kollegen haben sie an mich weitergeleitet. Vielen Dank dafür.
Im Mittelpunkt von Dörschells Wahlwerbung stehen fünf Punkte:
→ Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
Das klingt modern. Tatsächlich brauchen aber mittelständische Praxen zur Einführung von KI gar keine Finanzinvestoren. Die großen Softwarehäuser werden standardisierte Anwendungen anbieten.
Viele Mittelständler sehen im Einstieg von Finanzinvestoren bei WP-Gesellschaften den Auftakt zu einer weiteren Marktbereinigung im Berufsstand.
→ Prüfung und Beratung aus einer Hand
Das freut mich. Denn diese Einheit gehört seit jeher zur DNA mittelständischer Wirtschaftsprüfung.
Ich hätte aber gar nicht gewusst, dass sie derzeit ernsthaft zur Disposition steht.
→ Den Nachwuchs für einen Beruf im Wandel gewinnen
Auch das klingt sympathisch.
Aber warum wollte die WPK die Nachhaltigkeit zum verpflichtenden Modul im WP-Examen machen?
Denn um WP werden zu können, hätte der WP-Kandidat – nach WPK-Vorstellung – zusätzlich acht Monate praktische Tätigkeit auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsprüfung nachweisen müssen.
Folge daraus: Viele mittelständische Praxen hätten ihren Prüfungsassistenten damit keinen vollständigen Ausbildungsweg zum WP mehr anbieten können.
Weitere Folge: Der Berufsnachwuchs wäre dadurch verstärkt zu den großen Prüfungsgesellschaften gelenkt worden. Und das ausgerechnet in Zeiten des Fachkräftemangels.
→ Augenmaß statt Überregulierung
Wieder musste ich schmunzeln.
Da war doch etwas. Ach ja: Die Verschärfung der Berufssatzung im Jahr 2024, das Qualitätsmanagementsystem und die Einheitsprüferlogik „An Audit is an Audit“, die gerade in mittelständischen Mandaten zu immer neuer Komplexität führt.
Und schließlich:
→ Eine WPK für den gesamten Berufsstand
Ein schöner Gedanke. Bei der Beiratswahl 2022 erhielt die Liste Michael Gschrei rund 40 % der Stimmen. Im anschließend gewählten WPK-Vorstand war unsere Fraktion allerdings mit genau null Personen vertreten.
Wie sagte schon Loriot:
Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.
Ein Berufsstand ohne Erinnerung wäre dagegen gefährlich.
Und so stelle ich fest:
Positionen können sich im Laufe der Zeit erstaunlich annähern.
Das ist nicht unbedingt ein Nachteil.
Entscheidend ist nur, was davon auch nach der Wahl noch übrigbleibt!
Es grüßt Sie herzlich
Ihr WP Mark Schüttler
wp-net-Listenführer
für die WPK-Beiratswahlen 2026
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Bildnachweis: Stock-Illustration: stoatphoto/Shutterstock
